Geschlagene
sieben Jahre hat es gedauert, doch nun sind TSJUDER nach
zwischenzeitlicher Band-Auflösung wieder zurück, und
wer noch das großartige, brutale 2004er Album Desert
Northern Hell im Ohr hat, wird hier keineswegs enttäuscht.
Das neue Album trägt den (zugegebenermaßen schwer
klischeehaften) Titel Legion Helvete, und tatsächlich
höllisch geht es auch gute 40 Minuten lang zur Sache. Über
die gesamte Spielzeit dominiert rasender, meinem Empfinden nach
öfter als früher ins düster thrashige gehender
Black Metal, nur in einigen wenigen Stücken wie Fra
en Råtten Kiste wird das hohe Tempo zugunsten unerwartet
eingängiger Midtempo-Riffs spürbar „vernachlässigt“.
Dass trotz der fast durchgängig extremen Geschwindigkeit
kein Gewöhnungseffekt einsetzt, liegt neben den vielen
Tempowechseln auch daran, dass TSUDER sich gerne –
dezent, aber erkennbar - in verwandten Genres bedienen. So klingen
mal (z.B. Black Shadows Of Hell) Black’n’Roll-Passagen
oder gar wie in Blod Og Aske melodische Death-Metal-Anleihen
durch. Legion Helvete endet mit dem famosen, gut
zehnminütigen Stück Vårt Helvete, in
dem offensichtlich wird, dass die Band zuvor nicht aus purer
Not bei fast allen Liedern unter vier Minuten pro Track geblieben
ist – ein Stück das alle Merkmale nordischen Black
Metals vereint.
Man merkt natürlich deutlich, dass TSJUDER es auch
2011 keineswegs darauf anlegen, einen Preis für technisch
ausgefeiltes Spiel zu gewinnen. Die meisten Riffs und Strukturen
sind eher simpler Natur, aber so eingesetzt, dass ein zwar old
schooliger, dennoch druckvoller Sound entsteht. Perfekt darauf
abgestimmt ist die relativ rohe Produktion, die dem Album nichts
von seiner gewalttätigen Attitüde wegschleift.
Legion Helevete ist ein starkes überaus starkes
Comeback, mit dem TSJUDER beweisen, dass Sie auch nach
längerer Pause in der Liga nordischen Black Metals immer
noch ganz vorn mit dabei sind!