OK, Amorphis
sind ihren Sänger los. Soweit nichts Neues. Aber, bitte,
warum mussten sie ausgerechnet M.A. Numminen als Nachfolger
engagieren?! Dieser Eindruck drängt sich zumindest auf,
kaum dass Hartes Land die erste Runde
im CD-Player getan hat. Nur mit dem Unterschied, dass der auch
als „Helge Schneider des Nordens“ bekannte Numminen
Tango, Jazz und vor allem Comedy produziert. Seine Landsmannen
mit dem unaussprechlich langen Namen hingegen meinen es ernst!
So ernst sogar, dass Hartes Land nicht
der erste Gehversuch in deutschsprachige Gefilde ist. Bereits
2001 brachte der finster dreinschauende Fünfer ein Album
namens In Frostigen Tälern auf
den nichtfinnischen Markt. Aber bitte, wie ernst kann man Titel
wie Zeit der steigenden Säfte nehmen, oder Textzeilen
wie „Wenn ganze Nationen auf die Zahl des Teufels
setzen, ich suche schwarz an und Trauerkleidung ist der Fetzen“?!
- Häh?!
Sorry Jungs, sowas nagt an der Glaubwürdigkeit. Da kann
die Musik noch so bodenständig, emotional und packend sein.
Dabei ist die wirklich mehr als ok. In der Mehrzahl befinden
sich auf dem CD Midtempo-Nummern mit melodischen bis hymnischen
Gitarrenlinien über den charakteristischen Stakkato-Riffs.
Auch Timos Stimmlage bewegt sich eher im mittleren Bereich und
sorgt so für einen nicht allzu pathetischen Tonfall. Allen,
die sich von den sprachlichen Verunglimpfungen nicht abschrecken
lassen, seien an dieser Stelle der Titeltrack (eine hymnische
Coverversion in bester Amorphis-Manier) sowie Nyt On Mies!
- nicht zuletzt wegen des kernigen finnischen Refrains.
Allein die Tatsache, dass sie für Hartes Land
ein paar Kollegen wie Tuomas Holopainen (Nightwish) und Eicca
Toppinen (Apocalyptica) engagieren konnten, reicht als Indiz,
dass TIMO RAUITIAINEN & TRIO NISKALAUKAUS
zumindest zuhause lange nicht mehr in der Hinterhof-Liga spielen.
Abgesehen davon haben sie einfach aufgrund ihrer Herkunft diesen
unverwüstlichen Sympathie-Bonus. Deswegen kann man ihnen
auch nicht böse sein. Hartes Land ist lustig. Wenn auch
unfreiwillig. Aber nicht lächerlich. Und, wie gesagt: Auf
Finnisch mag das alles auch wunderbar funktionieren. Aber auf
Deutsch?!