TIMO RAUTIAINEN & TRIO NISKALAUKAUS – Hartes Land
 
Label: Cyclone Empire
Release: 04.10.2004
Von: Ole
Punkte: 6,5/10
Time: 50:15
Stil: Dark Heavy Rock
URL: Trio Niskalaukaus
 

OK, Amorphis sind ihren Sänger los. Soweit nichts Neues. Aber, bitte, warum mussten sie ausgerechnet M.A. Numminen als Nachfolger engagieren?! Dieser Eindruck drängt sich zumindest auf, kaum dass Hartes Land die erste Runde im CD-Player getan hat. Nur mit dem Unterschied, dass der auch als „Helge Schneider des Nordens“ bekannte Numminen Tango, Jazz und vor allem Comedy produziert. Seine Landsmannen mit dem unaussprechlich langen Namen hingegen meinen es ernst! So ernst sogar, dass Hartes Land nicht der erste Gehversuch in deutschsprachige Gefilde ist. Bereits 2001 brachte der finster dreinschauende Fünfer ein Album namens In Frostigen Tälern auf den nichtfinnischen Markt. Aber bitte, wie ernst kann man Titel wie Zeit der steigenden Säfte nehmen, oder Textzeilen wie „Wenn ganze Nationen auf die Zahl des Teufels setzen, ich suche schwarz an und Trauerkleidung ist der Fetzen“?! - Häh?!
Sorry Jungs, sowas nagt an der Glaubwürdigkeit. Da kann die Musik noch so bodenständig, emotional und packend sein. Dabei ist die wirklich mehr als ok. In der Mehrzahl befinden sich auf dem CD Midtempo-Nummern mit melodischen bis hymnischen Gitarrenlinien über den charakteristischen Stakkato-Riffs. Auch Timos Stimmlage bewegt sich eher im mittleren Bereich und sorgt so für einen nicht allzu pathetischen Tonfall. Allen, die sich von den sprachlichen Verunglimpfungen nicht abschrecken lassen, seien an dieser Stelle der Titeltrack (eine hymnische Coverversion in bester Amorphis-Manier) sowie Nyt On Mies! - nicht zuletzt wegen des kernigen finnischen Refrains.
Allein die Tatsache, dass sie für Hartes Land ein paar Kollegen wie Tuomas Holopainen (Nightwish) und Eicca Toppinen (Apocalyptica) engagieren konnten, reicht als Indiz, dass TIMO RAUITIAINEN & TRIO NISKALAUKAUS zumindest zuhause lange nicht mehr in der Hinterhof-Liga spielen. Abgesehen davon haben sie einfach aufgrund ihrer Herkunft diesen unverwüstlichen Sympathie-Bonus. Deswegen kann man ihnen auch nicht böse sein. Hartes Land ist lustig. Wenn auch unfreiwillig. Aber nicht lächerlich. Und, wie gesagt: Auf Finnisch mag das alles auch wunderbar funktionieren. Aber auf Deutsch?!