Die Finnen
von TOTAL DEVASTATION zeigen uns auf ihrem
zweiten Album, wie man brettharten, kompromisslosen Death Metal
mit völlig stilfremden Elementen zu einem explosiven Gemisch
verknüpft. Die Basis des TOTAL DEVASTATION-Sounds
besteht aus brutalen Blastbeat-Attacken, donnernden Doublebass-Parts
und heiserem Gebrülle, wobei sich diese Todesbleivariante
territorial eher in den USA ansiedeln lässt als in skandinavischen
Gefilden. Das Einmaleins des Death Metals hat die sechsköpfige
Band auf jeden Fall raus, denn die Songs langweilen nicht, kommen
schnell auf den Punkt und sind vor allem eines: überaus
aggressiv. Nun gut, mag einer denken, das können mir auch
hunderte anderer Bands bieten, warum sollte ich mir also gerade
TOTAL DEVASTATION anhören? Nun, die Gruppe
war schlau genug, durch das optimale Einbinden von elektronischen
Einsprengseln ein Abrutschen in den Death Metal-Einheitsbrei
zu verhindern und bewahrt sich durch diese Einzigartigkeit eine
eigene Identität. In der Tat scheint es oft so, als ob
der eine oder andere Song ohne diese Elemente ein gänzlich
anderes Stimmungsbild aufzuweisen hätte. Besonders dann,
wenn einmal nicht volle Hütte geblastet wird (z.B. bei
Converted Illusions oder Well Of The Dead),
erhalten die Stücke durch die eingeflochtenen Effekte eine
verdammt morbide Atmosphäre, der man sich nur schwer entziehen
kann.
Doch auch wenn man von der Elektronik einmal absieht, bemerkt
man schnell, dass TOTAL DEVASTATION einen Hang
zum Experimentieren haben. Hier ein wenig verzerrtes Geschrei,
dort ein paar melodische Einschübe, ab und zu wird auch
die Akustikklampfe ausgepackt. Dies alles geht jedoch niemals
auf Kosten der Brutalität, die immer noch reichlich vorhanden
ist. Dazu trägt natürlich auch die gelungene Produktion
von Janne Saska bei, der den elf Songs ein kaltes, aber dennoch
organisches Klanggewand auf den Leib geschneidert hat.
TOTAL DEVASTATION sind auf dem richtigen Weg,
und auch wenn sie nicht in die Liga der Szenepioniere aufsteigen
sollten, sind sie eine absolut empfehlenswerte Band, die genügend
Mut für Innovationen aufbringt, aber dennoch keinen Todesblei-Fan
enttäuschen werden.