THE MOON AND THE NIGHTSPIRIT – Ösforrás

 
Label: Equilibrium Music
Release: 15.03.2009
Von: Stormlord
Punkte: 8/10
Time: 44:58
Stil: Folk/World Music
URL: The Moon And The Nightspirit
 
Die Musik von THE MOON AND THE NIGHTSPIRIT umweht ein Hauch von Mystik, die Klänge sind tief im Folk verwurzelt und werden in feinfühliger und filigraner Art und Weise präsentiert.

Die akustische Gitarre spielt auf diesem Album eine große Rolle und trägt neben der angenehm zurückhaltenden Violine ihr Scherflein zum Gelingen und Funktionieren von Ösforrás bei.
Die perkussiven Elemente hüllen die Kompositionen in ein hypnotisches Klanggewand. Ein wohlig warm klingendes Werk ist die Folge, das zwar sehr entspannende, aber keineswegs seicht Züge offenbart. Die Atmosphäre kann auch schon mal ganz schön dunkel gefärbt sein, wie etwa das mit choralartigen Gesängen und aufbrausenden Sounds gespickte Lied Tüzben Születö zeigt. Stichwort Gesang: an Sängerin Àgnes muss sich der Hörer erst gewöhnen, ihre charakteristisches Organ kann ganz schön schräg daher kommen. Im Großen und Ganzen ist für mich allerdings klar, dass die Band großen Wert auf die Ausarbeitung von harmonischen Gesangsarrangements gelegt hat und dieses Ziel auch erreichte.
Bisweilen nehmen die beiden Künstler das Tempo komplett raus und lassen nur ein oder zwei Instrumente raumfüllend erschallen – das erzeugt Spannung und Dynamik, so geschehen im Verlauf von Alkonyvaràzs. Hier spielen die exzessiven Trommeln die erste Geige.
Am Ende zeigt die Band ihre nachdenkliche Seite und fischt während Földanya Soháya in trüben und tieftraurigen Gewässern. Trotz der Homogenität bleibt also genug Spielraum für alternierende Stimmungen, die nur hin und wieder zu wenige Kontraste aufweisen.

Ösforrás entfaltet eine ungewöhnliche, packende Atmosphäre und zeigt die Passion der beiden Künstler, die mit Herzblut hinter ihren Kompositionen stehen. Für den anspruchsvollen Musikfan, der eine Auszeit zum Entspannen braucht und dennoch keine nur dahin plätschernde Alternative sucht, kommt dieses Werk genau richtig. Schlicht und (schaurig) schön!