Die akustische
Gitarre spielt auf diesem Album eine große Rolle und
trägt neben der angenehm zurückhaltenden Violine
ihr Scherflein zum Gelingen und Funktionieren von Ösforrás
bei.
Die perkussiven Elemente hüllen die Kompositionen in
ein hypnotisches Klanggewand. Ein wohlig warm klingendes Werk
ist die Folge, das zwar sehr entspannende, aber keineswegs
seicht Züge offenbart. Die Atmosphäre kann auch
schon mal ganz schön dunkel gefärbt sein, wie etwa
das mit choralartigen Gesängen und aufbrausenden Sounds
gespickte Lied Tüzben Születö zeigt.
Stichwort Gesang: an Sängerin Àgnes muss sich
der Hörer erst gewöhnen, ihre charakteristisches
Organ kann ganz schön schräg daher kommen. Im Großen
und Ganzen ist für mich allerdings klar, dass die Band
großen Wert auf die Ausarbeitung von harmonischen Gesangsarrangements
gelegt hat und dieses Ziel auch erreichte.
Bisweilen nehmen die beiden Künstler das Tempo komplett
raus und lassen nur ein oder zwei Instrumente raumfüllend
erschallen – das erzeugt Spannung und Dynamik, so geschehen
im Verlauf von Alkonyvaràzs. Hier spielen die
exzessiven Trommeln die erste Geige.
Am Ende zeigt die Band ihre nachdenkliche Seite und fischt
während Földanya Soháya in trüben
und tieftraurigen Gewässern. Trotz der Homogenität
bleibt also genug Spielraum für alternierende Stimmungen,
die nur hin und wieder zu wenige Kontraste aufweisen.
Ösforrás
entfaltet eine ungewöhnliche, packende Atmosphäre
und zeigt die Passion der beiden Künstler, die mit Herzblut
hinter ihren Kompositionen stehen. Für den anspruchsvollen
Musikfan, der eine Auszeit zum Entspannen braucht und dennoch
keine nur dahin plätschernde Alternative sucht, kommt
dieses Werk genau richtig. Schlicht und (schaurig) schön!