TIERRA
SANTA, auch bekannt als Spaniens Antwort auf Iron Maiden,
sind mit ihrem mittlerweile fünften Album nicht mehr aus
der internationalen Heavy Metal Szene wegzudenken. Das sie ihren
Status nicht zu unrecht haben, beweist das neue Album wieder
eindrucksvoll, denn hier vereinen sich die typischen Trademarks
der Band, wie messerscharfe Riffs, ein exorbitantes Gespür
für Melodien und der über allem thronende außergewöhnlich
gute Gesang.
Die CD beginnt standesgemäß mit einem außerordentlich
geilem Opener - Alas de fuego, den ich mir gleich mehrmals
hintereinander anhören musste, wegen seiner durchgehenden
Genialität. Die weiteren Songs sind aber nicht minder genial,
ob es nun der etwas schnellere Titelsong, das getragen langsame
Quiien ilora hoy por ti, oder die Ballade Azote
de dios ist. Zwischendurch darf auch etwas Poppiges nicht
fehlen, was dem Ganzen etwas Kommerz verleiht, die musikalische
Leistung aber in keinster Weise schmälert. Viel mehr ist
es eine Annäherung an andere Gebiete der harten Musik,
und passt sehr gut ins Konzept des Albums, man höre sich
nur den Song Nr. 5 El canto de las sirenas an. Der
Hauptteil des Songs könnte in einer softeren Variante auch
von HIM kommen, der Refrain allerdings erinnert mich sehr stark
an Europe’s Song Words Of Wisdom. Da dieser Song aber
auf dem ersten Album der Schweden war, dürften ihn sowieso
nur die wenigsten kennen...
Den Stempel eines Iron Maiden Klons haben die Spanier schon
länger abgelegt, denn viel zu eigenständig ist mittlerweile
die Musik, obwohl noch immer im relativ engen Rahmen des Heavy
Metal bleibend.
Ein für mich unrelevantes aber für manchen vielleicht
nicht so kleines Manko ist, das die Songs von TIERRA
SANTA vielleicht noch eingängiger wären,
wenn man die Refrains besser mitsingen könnte. Aber irgendwo
ist die spanische Sprache auch ein Trademark der Band, und nach
mehrmaligem Hören kann man auch leicht die spanischen Texte,
natürlich grammatikalisch und linguistisch total falsch,
mitgröhlen. Das steigert natürlich besonders Live
die Mächtigkeit der Musik, kommt aber auch im heimischen
Wohnzimmer sehr gut rüber.
Ich denke, das die Band, wenn sie englisch singen würde,
noch mehr Erfolg hätte und entgültig in den Metal
Olymp aufsteigen würde. Ansonsten gibt es an diesem Album
nichts auszusetzen, denn die Musik überzeugt auf jeden
Fall, und ein kleiner Exotenbonus ist für die spanischen
Texte auch noch drin.
Fazit: Knappe 42 Minuten Metal Stoff vom Allerfeinsten!