TIERRA SANTA – Indomable

 
Label: Locomotive Music
Release: 28.04.2003
Von: Byron
Punkte: 10/10
Time: 41:55
Stil: Heavy Metal
URL: Tierra Santa
 

TIERRA SANTA, auch bekannt als Spaniens Antwort auf Iron Maiden, sind mit ihrem mittlerweile fünften Album nicht mehr aus der internationalen Heavy Metal Szene wegzudenken. Das sie ihren Status nicht zu unrecht haben, beweist das neue Album wieder eindrucksvoll, denn hier vereinen sich die typischen Trademarks der Band, wie messerscharfe Riffs, ein exorbitantes Gespür für Melodien und der über allem thronende außergewöhnlich gute Gesang.
Die CD beginnt standesgemäß mit einem außerordentlich geilem Opener - Alas de fuego, den ich mir gleich mehrmals hintereinander anhören musste, wegen seiner durchgehenden Genialität. Die weiteren Songs sind aber nicht minder genial, ob es nun der etwas schnellere Titelsong, das getragen langsame Quiien ilora hoy por ti, oder die Ballade Azote de dios ist. Zwischendurch darf auch etwas Poppiges nicht fehlen, was dem Ganzen etwas Kommerz verleiht, die musikalische Leistung aber in keinster Weise schmälert. Viel mehr ist es eine Annäherung an andere Gebiete der harten Musik, und passt sehr gut ins Konzept des Albums, man höre sich nur den Song Nr. 5 El canto de las sirenas an. Der Hauptteil des Songs könnte in einer softeren Variante auch von HIM kommen, der Refrain allerdings erinnert mich sehr stark an Europe’s Song Words Of Wisdom. Da dieser Song aber auf dem ersten Album der Schweden war, dürften ihn sowieso nur die wenigsten kennen...
Den Stempel eines Iron Maiden Klons haben die Spanier schon länger abgelegt, denn viel zu eigenständig ist mittlerweile die Musik, obwohl noch immer im relativ engen Rahmen des Heavy Metal bleibend.
Ein für mich unrelevantes aber für manchen vielleicht nicht so kleines Manko ist, das die Songs von TIERRA SANTA vielleicht noch eingängiger wären, wenn man die Refrains besser mitsingen könnte. Aber irgendwo ist die spanische Sprache auch ein Trademark der Band, und nach mehrmaligem Hören kann man auch leicht die spanischen Texte, natürlich grammatikalisch und linguistisch total falsch, mitgröhlen. Das steigert natürlich besonders Live die Mächtigkeit der Musik, kommt aber auch im heimischen Wohnzimmer sehr gut rüber.
Ich denke, das die Band, wenn sie englisch singen würde, noch mehr Erfolg hätte und entgültig in den Metal Olymp aufsteigen würde. Ansonsten gibt es an diesem Album nichts auszusetzen, denn die Musik überzeugt auf jeden Fall, und ein kleiner Exotenbonus ist für die spanischen Texte auch noch drin.

Fazit: Knappe 42 Minuten Metal Stoff vom Allerfeinsten!