THORNGOTH – Rauhnacht

 
Label: Folter Records
Release: 24.10.2008
Von: Stormlord
Punkte: 6.5/10
Time: 46:12
Stil: Black Metal
URL: Thorngoth
 
THORNGOTH verschrieben ihre Seelen im Jahre 2002 dem kompromisslosesten musikalischen Ausdruck auf unserem blauen Planeten, nämlich finsterem Black Metal, gewürzt mit einem Schuss dreckiger Thrash-Attitüde und einer Prise geschwindigkeitsarmer Elemente.

Der Opener Curse Them eröffnet das Album dann auch überfallsartig, beugt der Gefahr einer sinnlosen Hochgeschwindigkeitsorgie aber mit der Hinzunahme auflockernder Parts gekonnt vor. Demnach wird der pfeilschnelle Black Metal durch etwas langsamere Teile durchbrochen. Noch deutlicher zeigt sich die Bemühung um Abwechslung beim gut durchdachten Stück Kill For Paradise, das sogar getragene Passagen zu bieten hat. Dadurch erhöht sich automatisch die Durchschlagskraft. Leider schaffen es THORNGOTH aber nicht kontinuierlich, mich zu fesseln, da das Getrümmer zwar sehr sauber gespielt, aber nicht inspiriert genug erklingt. Ein weiterer Minuspunkt: die schwer verständlichen Vocals von Sänger Akhorahil. Ich hätte jedenfalls interessant klingende Titel wie Schiachperchten gerne einer näheren lyrischen Beobachtung unterzogen. Schade!
Am besten gefällt mir das in bedächtigem Tempo losmarschierende Stück Der Wanderer, das durch so manchen unmenschlichen Kreischlaut bei mir punkten kann. Im gesamten Verlauf lassen THORNGOTH die Gitarren fulminant aufblitzen und erschaffen so eine wunderbare Atmosphäre.

Zusammenfassend bleibt der Eindruck von Rauhnacht zwiegespalten, denn die Ideen sind ja vorhanden, werden aber manchmal durch eindimensionalen Black Metal relativiert. Ich mag die frostige Atmosphäre an Rauhnacht, vermisse aber durchschlagskräftige und spannende Kompositionen mit Gänsehautgarantie. Das bestens gelungene Stück Der Wanderer solltet ihr aber nicht unbeachtet lassen!