THE SYRE – Exist!

 
Label: Osmose Production
Release: 15.11.2006
Von: Dajana
Punkte: 6.5/10
Time: 32:44
Stil: (Black)Metal/Rock'n'Roll
URL: The Syre
 
Das ist ein seltsames Album von seltsamen Leuten! Das Cover ist spartanisch – schwarzes Symbol auf rotem Grund, die Infos rar und die Webseite schlägt mit einer plakativen Message zu und hat außer Newsblog und Email Adresse nix zu bieten.
Exist! besteht aus genau einem Song, welcher knapp 33 Minuten lang ist und denselben Titel trägt. Sowas ist nicht neu, gelingt aber den Wenigsten in dieser Konzeption.
Exist! ist musikalisch schwer zu beschreiben. Es ist eine Mischung aus… ja was eigentlich? Doom, Black, Rock, Metal? Eigentlich alles. Exist! ist düster, wütend, ohne jedoch musikalisch auszurasten. Es gibt viele instrumentale Passagen, Solos, tolle Hooks, groovendes und treibendes Riffing (ziemlich geil an der 18 oder der 22 Minuten Marke), lustiges Gitarrengeschrammel, das zusammen mit dem Gesang eher in die rock’n’rollige Black Metal Ecke gehört. Dem entgegen stehen aber auch ruhige, traurige und sphärische Momente, die Zeit zur Rückbesinnung geben (ab der 14 Minuten Marke). Es gibt heiseren Gesang und französische spoken Words. Kurze Downtimes grenzen die einzelnen Parts oder Songs von einander ab.
Warum man nun dieses konzeptionelle Konstrukt gewählt hat, ist mir allerdings schleierhaft. Denn als reguläres Album mit 12 Songs hätte es Exist! auch getan. Dennoch muss ich dem Album eine gewisse Faszination zugestehen.
Über THE SYRE gibt es wenig zu sagen. Das seit 1995 agierende kanadische, aus Quebec stammende Soloprojekt von Eric Syres ist nun auf ein Trio angewachsen und präsentiert mit Exist! das wohl dritte Langeisen. Der Bandkopf scheint gerne mit Wortspielereien zu provozieren und zu polarisieren, mehr ist aber an Informationen schon nicht mehr herauszubekommen.
Auf der vorliegenden Promoversion von Exist! gibt es noch ein knapp 3 Minuten Zusammenfassung für die Radiostationen und den Song noch einmal, was allerdings ein Pressfehler ist.
Inhaltlich gewidmet und lyrisch unbequeme Fragen über das Sein stellend, ist dieses Album Denis „Piggy“ D’Amour von Voivod, der 2005 an Krebs verstarb.