Das
ist ein seltsames Album von seltsamen Leuten! Das Cover ist
spartanisch – schwarzes Symbol auf rotem Grund, die Infos
rar und die Webseite schlägt mit einer plakativen Message
zu und hat außer Newsblog und Email Adresse nix zu bieten.
Exist! besteht aus genau einem Song,
welcher knapp 33 Minuten lang ist und denselben Titel trägt.
Sowas ist nicht neu, gelingt aber den Wenigsten in dieser Konzeption.
Exist! ist musikalisch schwer zu beschreiben.
Es ist eine Mischung aus… ja was eigentlich? Doom, Black,
Rock, Metal? Eigentlich alles. Exist!
ist düster, wütend, ohne jedoch musikalisch auszurasten.
Es gibt viele instrumentale Passagen, Solos, tolle Hooks, groovendes
und treibendes Riffing (ziemlich geil an der 18 oder der 22
Minuten Marke), lustiges Gitarrengeschrammel, das zusammen mit
dem Gesang eher in die rock’n’rollige Black Metal
Ecke gehört. Dem entgegen stehen aber auch ruhige, traurige
und sphärische Momente, die Zeit zur Rückbesinnung
geben (ab der 14 Minuten Marke). Es gibt heiseren Gesang und
französische spoken Words. Kurze Downtimes grenzen die
einzelnen Parts oder Songs von einander ab.
Warum man nun dieses konzeptionelle Konstrukt gewählt hat,
ist mir allerdings schleierhaft. Denn als reguläres Album
mit 12 Songs hätte es Exist!
auch getan. Dennoch muss ich dem Album eine gewisse Faszination
zugestehen.
Über THE SYRE gibt es wenig zu sagen.
Das seit 1995 agierende kanadische, aus Quebec stammende Soloprojekt
von Eric Syres ist nun auf ein Trio angewachsen und präsentiert
mit Exist! das wohl dritte Langeisen.
Der Bandkopf scheint gerne mit Wortspielereien zu provozieren
und zu polarisieren, mehr ist aber an Informationen schon nicht
mehr herauszubekommen.
Auf der vorliegenden Promoversion von Exist!
gibt es noch ein knapp 3 Minuten Zusammenfassung für die
Radiostationen und den Song noch einmal, was allerdings ein
Pressfehler ist.
Inhaltlich gewidmet und lyrisch unbequeme Fragen über das
Sein stellend, ist dieses Album Denis „Piggy“ D’Amour
von Voivod, der 2005 an Krebs verstarb.