Ich fordere Gerechtigkeit!
Da erscheint im Jahr 2015 dieses bärenstarke Meisterwerk und ich stolpere erst drei Jahre später über diese Perle? Eine Frechheit sondergleichen!!! Umso mehr freue ich mich über diese Zufallsbekanntschaft, die sich sehr schnell zu einem ständigen Akustikbegleiter entwickelte.
Die Gründe für meine Begeisterung sind vielfältig, angefangen vom vor unbändiger Energie strotzenden, nach vorne peitschenden Sound - nichts kann THE NOMAD aufhalten und die herrlich aggressiven, gleichzeitig hochmelodischen Kompositionen bringen das Blut jedes Melodic-Death-Anhängers sofort in Wallung. Ich bitte eventuelle Tippfehler aufgrund des Enthusiasmus zu verzeihen :-)
Die Gitarrenarbeit knallt ordentlich rein, schaut euch doch bei Gelegenheit das Guitar-Playthrough des Titelstücks Victim Of The Evolution auf YouTube an – so manche Kinnlade dürfte aufgrund der unglaublichen Fingerfertigkeit der beiden Gitarristen Dmitry und Konstantin weit nach unten klappen.
Das Quartett schafft es außerdem, diese Filigrantechnik sehr sinnvoll und dynamiktauglich einzusetzen, wodurch so ziemlich jedes Stück zu einem Headbangfestival gerät. Zu allem Überfluss schreiben THE NOMAD noch erstklassige Refrains, die höchst eingängig, aber nicht allzu platt daher kommen. Die Folge: Ohrwurm reiht sich an Ohrwurm und man kommt vor lauter ekstatischem Fäusterecken oder entzückten Nackenwirbelworkouts keine Sekunde zur Ruhe. Ein absolutes Glanzlicht des melodischen Stahls nennt sich Faceless mit unheimlich animierenden Rhythmen, starken Gitarrenlicks, eindringlichem Growlgesang, wirkungsvollen Shouts und diesem ganz speziellen Stop-And-Go-Moment, bei dem man vor Entzücken am liebsten an die Decke springen möchte!
Ein cooles Sprachsample leitet Purifying Fire ein, das mit Helikopterangriffs-Gitarrenriffs die Matte fliegen lässt; dann begeistert die positive Energie von Appreciate Your Life – und ich folge dieser Aufforderung beim Genuss dieses Riffmonsters wahrlich gerne. Die Hubschrauber-Gitarren machen auch bei den anderen Songs mächtig Eindruck, stramm packen die griffigen Grooves bei Died In A Womb unbarmherzig zu. Unheimlich stark wirbelt der abschließende Doppelschlag Death Rising From The Earth sowie das zuvor gelobte Victim Of The Evolution noch einmal alle Knochen und Geschmacksnerven durcheinander, zurück bleiben ein fettes Grinsen im Gesicht und jede Menge Refrains und Stakkato-Riffs, die sich unwiderstehlich im Ohr und Herz einbrennen.
So wurde also der Gerechtigkeit doch noch Genüge getan und dieser Hammer vor dem Herrn fand verspätet seinen Weg an mein geneigtes Ohr. THE NOMAD ist hier ein großartiges Album voller Hymnen und fulminanter Gitarrenpower gelungen – bang your head to this!!!