Erstmal durchatmen nach der elektronischen Einleitung... dieses Werk verlangt dem Trve Metal-Head oder Old School-Blackie einiges an Toleranz ab. Dystopische Sounds verbinden sich mit rasanten Drums, die mechanisch blasten und nur wenig Platz für entspannte Passagen lassen. Die meist verhallten Kreischvocals (manchmal extravagant predigend oder überdreht avantgardistisch agierend) geben in desperater Manier ihre Texte zum Besten und diese Mixtur klingt sehr intensiv. Nach ein paar Stücken zerrt der Cyber-Metal an den dicksten Nervensträngen, da tun symphonische Beigaben gut - diese lockern das Inferno wohltuend auf. Meist hämmert der distanzierte Klangkoloss aber stur und stumpf dahin. Manchmal tritt die moderne Soundkulisse etwas in den Hintergrund und sofort entspannt sich der Hörer bei schwarzmetallisch gefärbter Raserei (The Birth Of No-One) - der Stimmungsbruch in der Mitte des Tracks gen durchgedrehte Nähmaschine kippt die Wirkung komplett und wirkt wie ein karger Bissen steinhartes Brot. Die Melodien sind im Inferno aufgrund ihrer hintergründigen Weise kaum zu erkennen, sind allerdings ein marginaler Hoffnungsschimmer. Die technoiden Passagen von DMT – Infernal Fractality geben mir dann den Rest.
Es ist nicht ganz einfach, dieses Album ob seiner Intensität in einem Stück zu konsumieren. Hohes Tempo, mechanische Rhythmen und entrückte Vocals sowie Sounds stellen Nerven und Geduld auf eine harte Probe. Scheuklappenfreie, avantgardistische Modernisten dürfen sich hier heranwagen, alle anderen beißen sich wahrscheinlich die Zähne aus – es klingt, als würden Samael und Arcturus im Techno-Nirvana komplett durchdrehen oder so...
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