Ein ziemliches Brett knallen uns die drei Recken von TERRORBLADE mit Of Malice And Evil vor den Latz. Kompromißlos, dreckig und absolut heavy pflügen sie sich durch die gute halbe Stunde und läuten damit in formidabler Weise ihr anstehendes 10-jähriges Jubiläum ein. In unveränderter Besetzung seit 2004 thrashen sie durchs Gebälk und erarbeiteten sich durch zahlreiche intensive Liveshows sowie zwei Demos und zwei EPs (Pure And Ugly, 2007/Thrash Will Strike Back, 2009) in Undergroundkreisen bereits einen Namen. Insbesondere Thrash Will Strike Back setzte seinerzeit ein echtes Ausrufezeichen. Für das neue Material hat man sich nicht lumpen lassen und enterte das Gernhart Studio unter der Regie von Martin Buchwalter (Drummer Perzonal War, produzierte bereits u.a. Accu§er, Squealer, Suidakra). Die anstrengende Produktionszeit brachte die Band an ihre physischen und mentalen Grenzen bevor nach diesem Knochenjob das bange Warten auf das Artwork und das Anbeißen eines Labels begann. Nun ist das entartete Baby endlich ausgebrütet und die lange Wartezeit hat sich definitiv gelohnt. Das Münsteraner Trio Infernale demonstriert, daß es auf den Punkt genau losballern kann, dabei zum Glück das ungestüme Element und die für Old-School-Thrash nötige Rotzigkeit bewahren konnte. Der schwierige Balanceakt zwischen druckvoller Produktion und Underground-Authentizität ist hier eindrucksvoll gelungen. Schön rifflastig und schnörkellos gehen die Songs nach vorne, was sich wunderbar zum Headbangen eignet. Das fiese Organ von Bassist MetalB passt dazu perfekt und erinnert etwas an Tom Angelripper (und hätte für meinen Geschmack im Endmix phasenweise ruhig lauter gekonnt). Mir persönlich gefallen Prometheus, Raw War Madness (was fürn Brecher!)und Time To Die am besten, wobei die übrigen Nummern nicht nennenswert abfallen. Das sind Nuancen und das durchweg hohe Niveau kann sich für ein Debüt wirklich sehen lassen. Die beiden letzten Songs Wiedertäufer und World Is Broken stammen gar noch von der Pure & Ugly EP und erstrahlen nun in neuem (Sound)-Glanz und machen immer noch jede Menge Spaß. Ein Sonderlob gilt dem genialen Cover inklusive der Gestaltung des Booklets mit speziell angefertigten Motiven zu jedem Song. Fazit: Metaller mit Hang zum klassischen Teutonen-Thrash der Marke Sodom und Destruction sowie der Ursuppe Venom und den unvermeidlichen Slayer sollten Of Malice And Evil unbedingt anchecken, die Anlage voll aufdrehen, dabei nen Bierchen köpfen und losmoshen. Jawoll!