Ein wunderbar seltsames Stück Musik landete dieser Tage auf meinem Schreibtisch: Sorgsendömet Fobos vom schwedischen Project TUSEN ÅR UNDER JORD.
Vielmehr ist über das Projekt auch nicht zu erfahren. Es gibt keine Webseiten, soziale Netzwerke oder tiefergehende Infos, und das ist so gewollt. Das ist ok, so liegt das Augenmerk alleinig auf der Musik.
Und da fühle ich mich umgehend an Godspeed You! Black Emperor erinnert. Nicht unbedingt musikalisch, aber von Aufbau, Stimmung und der Atmosphäre her. Obwohl… würde man zum Beispiel Yanqui U.X.O soundtechnisch ähnlich „altern“ lassen, gäbe es sicher Parallelen. Aber auch Raison D'Etre haben deutlich ihre Spuren hinterlassen.
Sorgsendömet Fobos ist gleichermaßen betörend wie beklemmend, verstörend und dunkel und dabei faszinierend und unwiderstehlich. Die Sounds wogen und wabern düster, wie einem uralten Stummfilm entsprungen (z.B. dem 1927 gedrehten Stummfilm La chute de maison Usher (Der Untergang des Hauses Usher - E.A.Poe) von Jean Epstein & Luis Bunuel, würde perfekt passen).
Sorgsendömet Fobos klingt wie eine uralte verstaubte und spröde Schellackplatte. Es knackt und knuspert an allen Ecken und gelegentlich leiert es, aber sehr authentisch. Und es klingt, als würden bestimmte Stellen springen und sich permanent wiederholen. Auch das Arrangement an sich, die Kompositionen - einfach Part 1 bis 6 betitelt - klingen, als wären sie vor hundert Jahren entstanden. Das ist wirklich großartig gemacht und macht den Reiz dieser Platte aus! Ich bin wirklich über die Maßen begeistert von diesem musikalischen Kleinod.