TALES OF DELIRIA – Beyond The Line

 
Label: To React Records
Release: 11.11.2011
Von: Terry
Punkte: 7.5/10
Time: 38:00
Stil: Death/Thrash Metal
URL: Tales Of Deliria
 
Zwar ist dieses das erste Album unter dem Banner TALES OF DELIRIA, zuvor veröffentlichte man jedoch bereits ein Demo und eine Full-Lenght, als man noch Deliriä hieß. Die obige Stilbezeichnung ist nur ein erster Anhaltspunkt, um die Musik von TALES OF DELIRIA passend einzuordnen. Denn die fünf Italiener würzen diese Basis mit weiteren Elementen aus traditionellem Metal und progressiven Versatzstücken. Einige Passagen atmen sogar ein bisschen Industrial. Dieser ausladende Mix funktioniert erstaunlich gut, nicht zuletzt, da die richtige Balance zwischen brachialer musikalischer Gewalt, technischem Können und ansprechenden Melodien gefunden wird. Die Songs wirken nicht überfrachtet (wie z.B. bei Mercenary) und der Fluss bleibt die gesamte Distanz über erhalten. Einen gehörigen Anteil daran hat Shouter Orion, der unheimlich variabel mit seinen Stimmlippen umzugehen weiß und somit die musikalische Bandbreite zusätzlich bereichert. Sei es die Flüsterstimme am richtigen Platz oder die intensive, fast schon Black Metal-artige Kreischstimme bei den heftigen Parts, ergänzt durch tiefe Death Metal Growls. Die moderne aber nicht zu moderne Produktion geht insgesamt gut nach vorne, schön ausgewogen und absolut passend für diese Art von Musik. Das Mastering wurde im Übrigen in den finnischen Finnvox-Studios übernommen. Zwar erreichen nicht alle Lieder das gleich hohe Niveau (sonst wäre eine höhere Wertung drin gewesen), aber Anspieltipps wie Under This Shroud (mit feinem Gitarren-Lead im Refrain), Titeltrack Beyond The Line (Groove und Variabilität wechseln sich geschickt ab), und A Snatched Love (tolle Achterbahnfahrt) zeigen enorm viel Potential und Willen.

TALES OF DELIRIA kreieren auf Beyond The Line zwar keine Wunderdinge aber auch keine Ware von der Stange und wirken (zusammen mit anderen Bands wie z.B. Kingcrow und Gory Blister) dem gängigen Vorurteil entgegen, aus dem Stiefel-Land käme nur kitschiger Symphonic Speed Metal, den kaum noch jemand ertragen kann. Wer heftige und anspruchsvolle Mucke mag, die zugleich kompakt und relativ eingängig ist, sollte diese Scheibe antesten!