PINK TURNS BLUE – Phoenix

 
Label: Orden Of Ages
Release: 04.04.2005
Von: Demone
Punkte: 10/10
Time: 57:53
Stil: Gitarrenwave
URL: Pink Turns Blue
 

Wenn Legenden zurückkehren, ist das immer eine zwiespältige Sache. Manche tauchen nach Jahren der Versenkung plötzlich wieder auf, präsentieren ein fades Album und wären wohl doch besser weiter weiterhin verstummt geblieben. Bei anderen Musikern kann man es kaum glauben, dass sie sich tatsächlich wieder zusammengetan haben: Man reibt sich verwundert die Augen, legt überaus gespannt den neuen Tonträger ein, lauscht – und ist hingerissen. So passiert ist das bei PINK TURNS BLUE, einer der besten (deutschen) Gitarrenwavebands der 80er Jahre. Mit Songs wie Michelle oder Alben wie Meta lieferten sie echte Meisterwerke ab. Und nun, elf Jahre nach ihrem letzten regulären Album, melden sie sich mit Phoenix wieder zurück – und steigen wie Phoenix aus der Asche. Die elf Stücke klingen wie PINK TURNS BLUE zu ihren besten Zeiten – Mitte der achtziger Jahre, als sie noch puren Wavesound spielten. Die dazwischenliegende Phase von Alben wie Muzak haben sie zum Glück vergessen. Und das hier sind PINK TURNS BLUE in Bestform. Sie haben nicht versucht, ihren Sound irgendwie krampfhaft auf modern zu trimmen, sondern spielen authentisch und ungemein überzeugend. Die Stücke leben wie früher von den melancholischen Sounds, schönen Melodien, den dominierenden Gitarren und der Verzweiflung, die Sänger Mic Jogwer immer noch in seiner Stimme hat. Songs wie Good Times oder Dynamite sind einfach grandiose Dark-Wavepop-Stücke, die den Hits von früher in nichts nachstehen. Bei Songs wie Underground sind die Gitarren auch mal ein bisschen heftiger, alles in allem überwiegen aber die melancholischen Midtempo-Songs. Es fällt schwer, einzelne Songs hervorzuheben – egal ob The Lost Son oder Feel My Soul, alle Songs haben es in sich. Tolles Album – und das Comeback des Jahres!