HORRICANE – The Lynch-Lawyers’ Death Squad
 
Label: Demo
Release: 19.07.2004
Von: Svarrogh
Punkte: -/-
Time: 27:35
Stil: Avantgarde Death Metal
URL: Horricane
 

Oha, eine pechschwarze bedruckte CDR, verpackt in einer edlen silber-schwarzen Papp-Hülle fliegt bei mir ein. Das Cover allein lässt auf Hardcore oder New Metal vermuten: drei gesichtslose Herren in Anzügen, Waffen im Anschlag. Doch schon wieder lasse ich mich durch eine Aufmachung täuschen: Hier wird ein unbekanntes Sound-Gebilde zelebriert.
Doch zunächst die Vorstellung der Band... HORRICANE kommen aus Estland, und zählen laut Info zur populärsten Metal Combo ihres Landes. So hat man Gigs mit altbewährten Gruppen wie Vader, Susperia, Fear Factory oder Behemoth im Sack. Erstaunliche Leistung, gibt es die sechsköpfige Band doch erst seit anno 2002. Noch lobenswerter ist ja die Tatsache, dass man es schaffte, in einer so kurzen Zeit einen völlig eigenen Stil zu kreieren:
Ultra fette und abgrundtiefe Gitarrenriffs im groovig-dissonanten Stil von Morbid Angel oder stellenweise auch Fear Factory, eine verdammt kraftvolle Stimme, die irgendwie halb gegrölt, halb gegrunzt und halb geschrien mir in den Kopfhörer reinkotzt. Ach ja, da wären ja noch die unzähligen Breaks, präzise unterstützt von den eher im Midtempo prügelnden Drums, die mit vielen Fill-Ins (manchmal sogar etwas jazzig) begeistern. Aber man setzt noch einen drauf: Über all dem schwebt das krankhafte Keyboard und die sicken Samples, die eine Horror-ähnliche Atmosphäre erzeugen.
Hier sind Könner am Werk, alles ist ziemlich technisch, doch man passt gekonnt auf den allgegenwärtigen und knochen-zermalmenden Groove nicht dadurch zu zerstören.
Wer hätte gedacht, dass in einem Land wie Estland so eine Produktion durchgeführt werden kann, die sich locker mit ihresgleichen aus dem Morrisound oder dem Abyss Studio messen kann! Was für ein Start für die junge Band! Vor allem der Opener Coup de Gracé bietet dem Hörer das wahre Gesicht der Band zu erkennen. Doch besitzen irgendwie alle fünf Tracks etwas aggressiv-hymnenhaftes und gespenstisch-atmosphärisches (und das von einer Death-Metal Band!). Die Texte sind ziemlich Death’n Roll, Ausschnitt gefällig? „Hey you, you know what? Demons are always right.“ , aus Demon-Strate. Testet HORRICANE unbedingt an, die Band verdient es aus den gesichtslosen Kapellen-Massen, erhoben zu werden! Einziger Kritikpunkt: Die Platte ist mit 27 Minuten zu kurz!!!