HOCICO – Wrack And Ruin

 
Label: Out Of Line
Release: 10.10.2004
Von: Daniel
Punkte: 8,5/10
Time: 1:02:17
Stil: EBM
URL: Hocico
 

Spanische Wortfetzen, verfremdete Schreie wahrscheinlich in höchster Lebensgefahr schwebender weiblicher Personen und undefinierbare Klangfetzen: Bereits im eineinhalb Minuten langen Intro wird dem einschlägig vorbelasteten Hörer unmissverständlich klar, dass es sich nur um eine Veröffentlichung der zwei Electro-Rabauken aus dem Moloch Mexiko-City handeln kann, die ihm gerade um die Ohren gehauen wird. Tales From The Third World als erster richtiger Song des Albums führt in HOCICO-typischer Manier den eingeschlagenen Kurs konsequent weiter und besticht durch treibenden Rhythmus, eingängige Melodien sowie natürlich den hasserfüllten, verzerrten Vocals von Erk. Definitiv eines der Highlights auf Wrack And Ruin und sicherlich schon vom Titel her ein bezeichnender Song für den Output des Duos. Weiterer Höhepunkt des Albums ist das schon zuvor als Single ausgekoppelte Born To Be Hated. Zackiger Rhythmus mit peitschender Snare und wabernden Synthies in Kombination mit einem ohrwurmartigen Refrain ergeben HOCICO in Reinkultur und ordentlich Futter für tanzwütige Electroheads. Nennenswerte Ausfälle gibt es auf Wrack And Ruin keine zu verzeichnen. Alles wirkt wie aus einem Guss, was wahrscheinlich auch daran liegt, dass die für HOCICO typischen längeren Instrumentalstücke im hinteren Drittel der CD platziert wurden.
Mit Wrack And Ruin ist es den beiden Mexikanern gelungen ihre Position unter den Topbands des etwas härteren Electros zu festigen, dessen Fans sicherlich nicht enttäuscht sein werden. Man sollte sich allerdings auch bewusst sein, dass sich HOCICO mit dieser Veröffentlichung auf keine Experimente einlassen und auf Nummer sicher gehen womit dem HOCICO-Sound leider keine neuen Facetten hinzugefügt werden.