Spanische
Wortfetzen, verfremdete Schreie wahrscheinlich in höchster
Lebensgefahr schwebender weiblicher Personen und undefinierbare
Klangfetzen: Bereits im eineinhalb Minuten langen Intro wird
dem einschlägig vorbelasteten Hörer unmissverständlich
klar, dass es sich nur um eine Veröffentlichung der zwei
Electro-Rabauken aus dem Moloch Mexiko-City handeln kann, die
ihm gerade um die Ohren gehauen wird. Tales From The Third
World als erster richtiger Song des Albums führt in
HOCICO-typischer Manier den eingeschlagenen
Kurs konsequent weiter und besticht durch treibenden Rhythmus,
eingängige Melodien sowie natürlich den hasserfüllten,
verzerrten Vocals von Erk. Definitiv eines der Highlights auf
Wrack And Ruin und sicherlich schon
vom Titel her ein bezeichnender Song für den Output des
Duos. Weiterer Höhepunkt des Albums ist das schon zuvor
als Single ausgekoppelte Born To Be Hated. Zackiger
Rhythmus mit peitschender Snare und wabernden Synthies in Kombination
mit einem ohrwurmartigen Refrain ergeben HOCICO
in Reinkultur und ordentlich Futter für tanzwütige
Electroheads. Nennenswerte Ausfälle gibt es auf Wrack
And Ruin keine zu verzeichnen. Alles wirkt wie
aus einem Guss, was wahrscheinlich auch daran liegt, dass die
für HOCICO typischen längeren Instrumentalstücke
im hinteren Drittel der CD platziert wurden.
Mit Wrack And Ruin ist es den beiden
Mexikanern gelungen ihre Position unter den Topbands des etwas
härteren Electros zu festigen, dessen Fans sicherlich nicht
enttäuscht sein werden. Man sollte sich allerdings auch
bewusst sein, dass sich HOCICO mit dieser Veröffentlichung
auf keine Experimente einlassen und auf Nummer sicher gehen
womit dem HOCICO-Sound leider keine neuen Facetten
hinzugefügt werden.