The
queen of evil is back! 12 Jahre nach ihrem letzten Album The
Black Book (’91) meldet sich Ann Boleyn wieder
im Metal Business zurück, aus dem sie in den 90igern komplett
ausgestiegen war. Warum? Hauptsächlich um ihre Trauer über
den Tod vieler Freunde und Verwandter zu verarbeiten (u.a. Wendy
O. Williams, Dawn Crosby und Cozy Powell – R.I.P.) und um
mit diversen Geschehnissen abzurechnen, mit denen sie in letzter
Zeit in den Schlagzeilen gelandet war (Stalker, mordender Ex-Manager
... etc.).
Nachdem
HELLION bereits ’82 mit diversen Demos
zur besten Band in L.A. nominiert wurden, ging vieles in der Karriere
dieser außergewöhnlichen Band schief und sie bekam
trotz hohen Fanstatus’ nie die Anerkennung die sie verdient
hätte oder schaffte gar den Durchbruch. Nach zwei EP’s
(Hellion ’83 und Postcards
From The Asylum ’88)und zwei Langrillen (Screams
In The Night ’87 – kult!!! und The
Black Book ’91) fielen HELLION
der Vergessenheit anheim. Nun ist die exzentrische übersinnlich
begabte Hexe zurück und es scheint, diesmal werden die Dinge
besser laufen.
Dennoch musste ich beim ersten Durchlauf erst einmal innehalten
und Luftholen. Wohlwissend, das einige moderne Elemente ihren
Weg auf den Silberling gefunden hatten, ging mir Will
Not Go Quietly doch ziemlich quer runter. Doch schon
beim zweiten Run fingen die Dinge an sich zusammenzufügen
und ein homogenes Bild zu ergeben.
Opener und Titeltrack Will Not Go Quietly / Resurrection
(Resurrection war der eigentlich geplante CD Titel) startet mit
düster bedrohendem Intro und geht zunächst in eine balladenähnliche
Melodie über, um dann in eine geniale und kraftvolle Hard
Rock Nummer mit schnellen Gitarrenläufen auszuarten. Ja,
das ist Ann Boleyn und HELLION! Welcome
ist dann der zunächst etwas sperrig wirkende Song, weil hier
„neumodische“ Samples einfließen und die Gitarren
teils ziemlich schräg und proglastig ausfallen. Dazu Anns
Gesang, der einen gewissen hysterischen Touch hat und somit der
Atmosphäre einen paranoiden Anstrich verleiht. Dennoch bleibt
die Basis typisch Hard Rock-lastig mit eingängigen Riffs.
Die schrägen Gitarren gibt’s dann noch mal bei Revenge.
Danach bewegt man sich ausschließlich in klassischen Hard
Rock / Heavy Metal Bereichen mit einem gehörigen Touch aus
den 80igern und mit an Mercyful Fate und Alice Cooper angelehnten
Riffs. Nostalgie pur! Anns Stimme hat natürlich über
die Jahre etwas gelitten, ist lange nicht mehr so klar und kräftig,
dafür mehr rauchig und kratzig, was dem Ganzen einen dämonischen
Flair verleiht. Bei The Last Straw fühlt man sich
das eine oder andere Mal an Doro aus seligen Warlock Zeiten erinnert.
Wildest Dreams scheint mir eine Coverversion zu sein,
auch wenn ich mal wieder nicht weiß, wo ich den Song hinstecken
soll *grummel*. Noch zu erwähnen wäre Dream Deceiver,
eine rockige Abgehnummer mit Refrain zum mitsingen. In den Lyrics
werden – wie bereits oben erwähnt – diverse Lebenserfahrungen
verarbeitet. Das Cover Artwork kommt von Travis Smith und ist
eher untypisch für ihn.
Fazit:
Ann Boleyn rockt noch immer!!! Will Go Not Quietly
ist druckvoll produziert, tritt Arsch und macht einfach nur Spaß.
Leute aus dem gleichen Alterssegment mit nostalgischem Hang werden
ihre Freude dran haben, Fans klassischen Metals / Hard Rock ebenso.
Hellion |