HELLION - Will Not Go Quietly
Label: Massacre

Release: 04.02.2003

Von: Calani
Punkte: 7,5
 

The queen of evil is back! 12 Jahre nach ihrem letzten Album The Black Book (’91) meldet sich Ann Boleyn wieder im Metal Business zurück, aus dem sie in den 90igern komplett ausgestiegen war. Warum? Hauptsächlich um ihre Trauer über den Tod vieler Freunde und Verwandter zu verarbeiten (u.a. Wendy O. Williams, Dawn Crosby und Cozy Powell – R.I.P.) und um mit diversen Geschehnissen abzurechnen, mit denen sie in letzter Zeit in den Schlagzeilen gelandet war (Stalker, mordender Ex-Manager ... etc.).

Nachdem HELLION bereits ’82 mit diversen Demos zur besten Band in L.A. nominiert wurden, ging vieles in der Karriere dieser außergewöhnlichen Band schief und sie bekam trotz hohen Fanstatus’ nie die Anerkennung die sie verdient hätte oder schaffte gar den Durchbruch. Nach zwei EP’s (Hellion ’83 und Postcards From The Asylum ’88)und zwei Langrillen (Screams In The Night ’87 – kult!!! und The Black Book ’91) fielen HELLION der Vergessenheit anheim. Nun ist die exzentrische übersinnlich begabte Hexe zurück und es scheint, diesmal werden die Dinge besser laufen.
Dennoch musste ich beim ersten Durchlauf erst einmal innehalten und Luftholen. Wohlwissend, das einige moderne Elemente ihren Weg auf den Silberling gefunden hatten, ging mir Will Not Go Quietly doch ziemlich quer runter. Doch schon beim zweiten Run fingen die Dinge an sich zusammenzufügen und ein homogenes Bild zu ergeben.
Opener und Titeltrack Will Not Go Quietly / Resurrection (Resurrection war der eigentlich geplante CD Titel) startet mit düster bedrohendem Intro und geht zunächst in eine balladenähnliche Melodie über, um dann in eine geniale und kraftvolle Hard Rock Nummer mit schnellen Gitarrenläufen auszuarten. Ja, das ist Ann Boleyn und HELLION! Welcome ist dann der zunächst etwas sperrig wirkende Song, weil hier „neumodische“ Samples einfließen und die Gitarren teils ziemlich schräg und proglastig ausfallen. Dazu Anns Gesang, der einen gewissen hysterischen Touch hat und somit der Atmosphäre einen paranoiden Anstrich verleiht. Dennoch bleibt die Basis typisch Hard Rock-lastig mit eingängigen Riffs. Die schrägen Gitarren gibt’s dann noch mal bei Revenge. Danach bewegt man sich ausschließlich in klassischen Hard Rock / Heavy Metal Bereichen mit einem gehörigen Touch aus den 80igern und mit an Mercyful Fate und Alice Cooper angelehnten Riffs. Nostalgie pur! Anns Stimme hat natürlich über die Jahre etwas gelitten, ist lange nicht mehr so klar und kräftig, dafür mehr rauchig und kratzig, was dem Ganzen einen dämonischen Flair verleiht. Bei The Last Straw fühlt man sich das eine oder andere Mal an Doro aus seligen Warlock Zeiten erinnert. Wildest Dreams scheint mir eine Coverversion zu sein, auch wenn ich mal wieder nicht weiß, wo ich den Song hinstecken soll *grummel*. Noch zu erwähnen wäre Dream Deceiver, eine rockige Abgehnummer mit Refrain zum mitsingen. In den Lyrics werden – wie bereits oben erwähnt – diverse Lebenserfahrungen verarbeitet. Das Cover Artwork kommt von Travis Smith und ist eher untypisch für ihn.

Fazit: Ann Boleyn rockt noch immer!!! Will Go Not Quietly ist druckvoll produziert, tritt Arsch und macht einfach nur Spaß. Leute aus dem gleichen Alterssegment mit nostalgischem Hang werden ihre Freude dran haben, Fans klassischen Metals / Hard Rock ebenso.

Hellion