HATE – Solarflesh - A Gospel Of Radiant Divinity

 
Label: Napalm Records
Release: 01.02.2013
Von: Stormlord
Punkte: 8/10
Time: 48:55
Stil: Black/Death Metal
URL: Hate
 
Martialisch und bedrohlich stimmt das etwas lang geratene Intro Watchful Eye Of Doom auf zu erwartende Blasts ohne Ende und schier berstende Aggression ein – doch das vorliegende Album weiß auch zu überraschen.
Eternal Might bietet erstmals rhythmusorientierten, technischen, düsteren Hochgeschwindigkeitsmetal wie er im Buche steht. Atemberaubende Instrumentenbeherrschung, apokalyptische Stimmung und hintergründige Grabesgesänge prägen das recht traditionelle Stück. Ebenso wirkt auch Alchemy Of Blood; hier kommen vermehrt verspielte Gitarrenlinien zum Einsatz und es wird deutlich, dass HATE ihr Heil nicht bloß in unbändiger Geschwindigkeit suchen. Das wird verstärkt bei der coolen rhythmischen Variation im Mittelteil und der hochmelodischen Schlußsequenz von Timeless Kingdom angedeutet. Der Wechsel von Blastbeats und unheilvoll schleppenden Rhythmen hievt Festival Of Slaves auf das bis dato interessanteste Niveau, bevor HATE ihre epische Seite offenlegen und die Geschwindigkeit bei Sadness Will Last Forever deutlich reduzieren, die Wirkung aber gleichzeitig erhöhen. Besonders die länger gezogenen Gitarrenleads erweisen sich hier als Garanten zum Stimmungsaufbau. Ähnlich emotionsreich leiten HATE das Titelstück Solarflesh ein. In diesem Fall gelingt der Wechsel von irrwitzigen Gitarrenlicks, zupackender Aggression und hintergründiger Melodik am allerbesten. Auch der dezent moderne Unterton sorgt für den gewissen Reiz. Diesen Hang zur Außergewöhnlichkeit lassen HATE meiner Meinung nach gegen Ende des Albums deutlicher hervortreten, denn auch Endless Purity packt mich mit doomigen Takten, effizienten - weil nicht durchgehenden – Doublebassattacken, sowie rhythmischen Variationen, ohne das Quäntchen Melodie ganz und gar zu vergessen. Schlußendlich taucht beim Schlußlied Mesmerized dann eine Frauenstimme im Hintergrund auf, die orientalisches Flair und damit eine neuartige Facette mit einbringt.
Interessanterweise klingen HATE für mich in den zurückhaltenden, schweren Passagen fokussierter und fesselnder, wogegen die schnellen, technisch fraglos perfekt gespielten Parts den Hauch des Besonderen vermissen lassen. Die vorhandene Experimentierfreude und den Mut zur Öffnung ihres Stils sollten HATE noch stärker hervorkehren und auf die gesamte Albumdistanz ausweiten.