HANOI
ROCKS? Das ist schon eine interessante Aussage. Ich
war noch nie in Hanoi, deswegen kann ich dem weder zustimmen,
noch widersprechen. Ich hab allerdings auch keine Ahnung, warum
sich ein Haufen Musiker aus Skandinavien nach einer Stadt in
Asien benennen. Ehrlich gesagt interessiert mich das auch nicht
wirklich. Ich frage mich nur, warum ihre Musik als „Glam
Rock“ bezeichnet wird. Ich war als kleines Kind ein riesiger
Fan von Glam Rockern, denn ihre meistens extrem lächerlichen
Verkleidungen waren schrecklich lustig, dafür war die Musik
so einfach, dass selbst der Jüngste sie mühelos mitstampfen
konnte. Die Einfachheit dieser Musik machte sie besonders populär
für Hooligans, so dass bei diversen Fussball-Großereignissen
betrunkene Briten z.B. oft einen Hit von Gary Glitter brüllten.
Damit verglichen sind HANOI ROCKS brillante
Profis, die einen sehr variantenreichen Rock’n’Roll
spielen.
Es wird allgemein immer darauf hingewiesen, dass HANOI
ROCKS den Verlauf der Geschichte der Rockmusik geändert
hat. Wirklich? Ich kannte sie nicht mal, bis Dajana mir Another
Hostile Takeover schickte. Und ich weiß
das zu schätzen. Diese Leute haben interessante Geschichten
zu erzählen. Wenn sie jemals ihre Texte als Buch herausgeben,
werde ich ein paar Exemplare für mich und Freunde kaufen.
Die Geschichte dieser Band und ihrer vielen früheren Besetzungen
ist sehr interessant. Diejenigen, die mehr darüber wissen
möchten, können reichlich Informationen auf der gut
gemachten Homepage finden. Dann kann jeder selbst entscheiden,
ob HANOI ROCKS so wichtig wie die Rolling Stones
oder Led Zeppelin sind.
Another Hostile Takeover jedenfalls
bietet eine breite Vielfalt von Ideen und Melodien, die perfekt
umgesetzt wurden. Man spürt förmlich den Spaß,
den sie dabei haben, zusammen zu spielen. Wer Glam oder psychedelischen
Rock mag, kann sich freuen. Ansonsten ist diese CD wahrscheinlich
zumindest eine gute Investition für die nächste Party,
die ihr mit mehreren Generationen feiert.