Die extrem epischen
Stücke mäandern dann auch schwerfällig durch
die Boxen. Gehüllt in ein sehr gut passendes Soundgewand
(Dan Swanö besorgte den Mix), wechselt das Tempo zwischen
zähem und sehr zähem Zeitlupenriffing, das hin und
wieder von moderat heftigem Power Doom abgelöst wird.
Die zuweilen verzweifelte Grabesstimme von Ahmed Shawli verleiht
den Liedern ein aggressives Gesicht, wobei der zweite Song
um einiges abwechslungsreicher ausgefallen ist. Hier gefällt
mir besonders die enorme Temposteigerung sehr gut. Die Musik
klingt durchgehend kompetent in Szene gesetzt, wie ein sich
dahin windender Lavastrom. Ganz so brandheiß ist die
Komponierweise aber nicht geraten, weil es an Höhepunkten
mangelt. Ein Hauptstilmittel der Band scheint die Monotonie
zu sein, die jedoch auch ihre Reize beinhaltet und eine Sogwirkung
entwickeln kann.
Ich empfinde GRIEVING
AGE als durchaus angenehme, wenn auch schwerfällige
Zeitlupenmusik, die zwar spannend, aber nicht mitreißend
ausgefallen ist. Am Ende bleibt der Eindruck eines dunklen
Monsterwerkes, das einige Melodien oder Überraschungen
benötigt hätte, um deutlichere Spuren im Langzeitgedächtnis
zu hinterlassen.