GRABNEBELFÜRSTEN – Schwarz Gegen Weiß

 
Label: Black Attack
Release: 06.06.2005
Von: Stormlord
Punkte: 6,5/10
Time: 65:20
Stil: Black Metal
URL: Grabnebelfürsten
 

Die gute Nachricht: die GRABNEBELFÜRSTEN sind weniger chaotisch als früher und leichter zugänglich, haben allerdings nichts mit leicht verdaulicher Musik zu tun. Die Songstrukturen sind zusammenhängender und in jedem Liedchen gibt es gefällige Teile. Die Fürsten haben es aber immer noch nicht geschafft, einen durchgehend packenden und spannenden Titel zu erschaffen, sind allerdings auf dem besten Weg dazu. Ausnahme: Der Titel Traum, in über 10 Minuten kann hier eine sehr ansprechende Atmosphäre geschaffen werden, mehr davon bitte! Zu oft regiert noch das Motto: Hau den Lukas und das so schnell wie möglich! Von der Herangehensweise des Komponierens erinnern sie entfernt an Nocte Obducta (wie im Akustikteil von Zwillinge) und die kranke Atmosphäre ist beiden Bands gemein, genau so wie die Überlänge mancher Songs, so überspringen 2 Lieder sogar die 10 Minuten Marke. Und genau in diesen langen Songs können sie die Stimmung richtig gut aufbauen und gehen abwechslungsreich zu Werke, wobei mir die getragenen Teile bei weitem mehr zusagen, bevor der Knüppel wieder zuschlägt.

Die GRABNEBELFÜRSTEN definieren sich eher durch dunkle, morbide Gefühle und Stimmungen als durch spielerische Glanzleistungen oder technische Frickelparts. Das soll nicht heißen, dass die Jungs an den Instrumenten nicht fit wären, doch die Band ist in den schnellen Teilen zu gesichtslos um sich nur über Musik definieren zu können. Die Gefühlsebene ist wichtiger und hier kann man den Hörer durchaus fesseln. Die Stimme von Sturm Deiner Winter (nettes Pseudonym!) ist nach wie vor als leicht wahnsinnig und schräg zu klassifizieren (mal klar und dann wieder rau eingesetzt) und selbiges gilt auch für die Texte. Mir ist das Ganze zu abgedreht und hektisch, aber vielleicht habe ich auch nur nicht die Geduld, mich ins Material hinein zu graben? Mir fehlt jedenfalls auch nach dem siebenten Durchlauf der Zugang zum musikalischen Palast der GRABNEBELFÜRSTEN – ich kann vereinzelt immer wieder ansprechende Passagen finden, für mehr reicht es (noch) nicht. So würde ich Schwarz Gegen Weiß auch nur toleranten Zeitgenossen mit Hang zu morbider Atmosphäre zum Genuss dieser Scheibe raten.