GOTTESFINSTERNIS – Angstschrei

 
Label: Pandailectric
Release: 18.10.2004
Von: Demone
Punkte: 6 /10
Time: 67:36
Stil: Electro
URL: Gottesfinsternis
 

Die Musik von GOTTESFINSTERNIS bewegt sich irgendwo zwischen Bands wie Illuminate und Goethes Erben, hat aber einen gehörigen Electroeinschlag. Wirft man also eine große Prise alte Terminal Choice und vor allem Das Ich dazu, würzt mit einem deftigen Industrialeinschlag und rührt einmal kräftig um, hat man eine ganz gute Vorstellung. Auf ihrem Debütalbum Angstschrei spart das Duo nicht mit Klischees: Der Name der CD passt dazu, das Cover ist ganz schwarz-dunkelgrün gehalten, dazu gibt’s Bilder von Kerzen und Kreuzigungen. Die deutschen Texte sind ziemlich düster und drehen sich alle im weitesten Sinne um die Apokalypse, manchmal aber auch um „typische“ Themen wie Sex und Luzifer. Doch GOTTESFINSTERNIS haben auch durchaus kritische Anti-Kriegs-Lieder und nachdenkliche Lyrics im Repertoire.
Musikalisch wird Abwechslung groß geschrieben: Es gibt stampfende und sehr eingängige Clubhymnen a la Sie marschieren wieder oder Gottes Schmiedefeuer. Dabei stehen treibende Electrosounds im Vordergrund, untermalt von atmosphärischen Sounds mit teilweise klassischen Tönen und Kammermusik und dem dunklen Sprechgesang von Toms. Gerade bei Sie marschieren wieder gibt sich das Duo Mühe, keine Langeweile zu produzieren: Der hymnische Chorus löst sich mit hämmernden Beats und Sprechgesang ab. Dagegen sind Die Nacht im Winter oder Am Waldesrand eher ruhige Songs, die fast friedlich klingen angesichts der übrigen kraftvollen Electrosounds.
Wenn GOTTESFINSTERNIS den Mut zu mehr Eigenständigkeit finden und ein paar Klischees weglassen, könnten sie in die erste Liga der Electrobands aufsteigen. Auf dem besten Weg sind sie.