Die Musik
von GOTTESFINSTERNIS bewegt sich irgendwo zwischen
Bands wie Illuminate und Goethes Erben, hat aber einen gehörigen
Electroeinschlag. Wirft man also eine große Prise alte
Terminal Choice und vor allem Das Ich dazu, würzt mit einem
deftigen Industrialeinschlag und rührt einmal kräftig
um, hat man eine ganz gute Vorstellung. Auf ihrem Debütalbum
Angstschrei spart das Duo nicht mit
Klischees: Der Name der CD passt dazu, das Cover ist ganz schwarz-dunkelgrün
gehalten, dazu gibt’s Bilder von Kerzen und Kreuzigungen.
Die deutschen Texte sind ziemlich düster und drehen sich
alle im weitesten Sinne um die Apokalypse, manchmal aber auch
um „typische“ Themen wie Sex und Luzifer. Doch GOTTESFINSTERNIS
haben auch durchaus kritische Anti-Kriegs-Lieder und nachdenkliche
Lyrics im Repertoire.
Musikalisch wird Abwechslung groß geschrieben: Es gibt
stampfende und sehr eingängige Clubhymnen a la Sie
marschieren wieder oder Gottes Schmiedefeuer.
Dabei stehen treibende Electrosounds im Vordergrund, untermalt
von atmosphärischen Sounds mit teilweise klassischen Tönen
und Kammermusik und dem dunklen Sprechgesang von Toms. Gerade
bei Sie marschieren wieder gibt sich das Duo Mühe,
keine Langeweile zu produzieren: Der hymnische Chorus löst
sich mit hämmernden Beats und Sprechgesang ab. Dagegen
sind Die Nacht im Winter oder Am Waldesrand
eher ruhige Songs, die fast friedlich klingen angesichts der
übrigen kraftvollen Electrosounds.
Wenn GOTTESFINSTERNIS den Mut zu mehr Eigenständigkeit
finden und ein paar Klischees weglassen, könnten sie in
die erste Liga der Electrobands aufsteigen. Auf dem besten Weg
sind sie.