GORESOERD – Goremarket Mid-Prices

 
Label: Nailboard Records
Release: März b2007
Von: the.wangacopta
Punkte: 4/10
Time: 24:04
Stil: Goregrind
URL: Goresoerd
 
Wenn du eine Scheibe in der Hand hältst, auf der GORESOERD und Goremarket Mid-Prices drauf steht, was erwartest du dann musikalisch? Genau! Tonnen von Gedärmen, ultra-sicke Vocals und Gegurgel, bis ins Nirvana runtergestimmte Gitarren usw. Musikalisch kann ich dir da schon mal locker den Zahn ziehen, da gibt’s Grindcore mit einigen musikalischen Eskapaden, doch dazu gleich mehr. Inwieweit sich die lyrischen Ergüsse im Gore wieder finden, kann ich nur anhand des YouTube Vids zum Titelsong festmachen, demnach auch nix mit Gore. Da wird munter über Eiscreme und Knoblauch Shopping abgesungen und wie toll es ist, in einem Haus zu wohnen, in dem man alles kaufen kann. Warum das die Kollegen aus Estland auf ihrer zweiten Veröffentlichung unter Gore packen? Keine Ahnung. Gut, aber das ist nur einer von 17 Songs, bei denen der längste Track 2:04 dauert. Bei einer Gesamtspielzeit von ca. 24 Minuten bleiben für die restlichen 16 gerade mal 22 Minuten. Für den Grinder eine tolle Spielzeit, allerdings sprach ich auch schon musikalische Eskapaden an. Die ersten Tracks knallen richtig gut, weisen eine gute Mischung aus Blast und Mid-Tempo Parts auf, bis dann mit Scratches ein nahezu tanzbarer Bitch Hard The Girls Squad aus den Boxen kommt, der überflüssigerweise mit Hitler-Propaganda Schrott abgerundet wird. In den folgenden Songs versucht man gesangstechnisch ganz dabei zu sein, indem man die üblichen Screams und Growls mit Macabre oder Agnostic Front ähnliche Vocals „verfeinert“ oder auch mal ein „Hey“ einbaut. Musikalisch sind die Tracks bis dahin noch so weit druckvoll, treibend, wenn auch mit mehr Groove als Kills versehen. Track Nr. 10 Give Me Some Shit lässt dann aber doch die Frage auf, von wem GORESOERD wann das Zitat geklaut haben, Freunde, was soll das?! Wenn ich tanzen gehen will, gehe ich nicht auf einen Goremarket. Spätestens beim 13. Track Pop Rock Cowboy platzt mir dann aber vollends der Arsch, denn hier gibt’s tatsächlich die im Titel versprochene Musik. Auch lasse ich noch ein Pfeifen in irgendeinem Track über mich ergehen, höre noch einen gelungenen Mix aus Ich-baller-in-die-Fresse-Core und lahmen Songwriting und frage mich letztendlich, ob ich einfach nur nicht den Humor habe wie GORESOERD. So wird’s wohl sein. Bei diesem Album Titel müssen sich die Esten allerdings auch die Situationskomik gefallen lassen, ob tatsächlich ein Die-Hard Fan für eine lauwarme, schlecht gewürzte Brühe auf einem Goremarket Mid-Prices ein Schnäppchen schießen will oder doch lieber der musikalischen Verrottung bis zum Low-Price beiwohnen möchte.