Und
jetzt: Nachschub für die Verfechter der ganz reinen, unbefleckten
Lehre des wahrhaftigen Schwarzmetalls. Herr Nightwolf ist der
alleinige Betreiber dieses seit 2004 existierenden Projektes,
das offensichtlich nicht gerade den Zweck hat, goldenen Schallplatten
einzuspielen – und zwar nicht nur wegen der auf 400 Stück
begrenzten Auflage. Das sehr fade Intro ist zum Glück schnell
vorbei, und dann geht in Form von Das Kreuz ist gefallen
die Post ab, aber ordentlich! Völlige Rohheit, sägende
Gitarre und ein lange nicht mehr in derart hasstriefender Form
vernommenes Gekreisch machen dieses Stück zu einem heilsamen
Erlebnis für die Seelen geschundener Schwarzmetall-Puristen.
Danach ertönen akustische Klänge und leiten einen
sich langsam dahinwälzenden Hassbatzen ein, der vom Kampf
gegen die Kinderficker im Namen des Herrn berichtet.
Zur Verdauung gibt’s dann schnell das im Eiltempo vorgetragene
Blasphemy, den einzigen englischen Titel des Machwerks.
Dornenkrone beglückt dann nach akzentuiertem Beginn
(alles ist relativ…) und kurzem, bedrohlichem Atemholen
ebenfalls mit infernalischer Raserei, bevor der eine Spur weniger
rohe Gitarrensound des darauf folgenden Titelstücks den
Verrat und Ausverkauf einläutet…na ja, so schlimm
ist es dann doch nicht, sicherheitshalber ist bei dieser Nummer
das Schlagzeug nämlich noch schlechter als sonst zu hören.
Auch Verrecke!!! dürfte hier noch zur zusätzlichen
Beruhigung beitragen – es handelt sich dabei nämlich
nochmals um einen Leckerbissen für alle Feinde unnötiger
musikalischer, textlicher und klanglicher Feinheiten. Mein großer
Kritikpunkt an Perversion am Kreuz
ist der wirklich schlechte Schlagzeugsound. Ansonsten aber mag
ich diesen extrem rauen, primitiven Black Metal sehr, und zwar
nicht aus Überzeugung oder Bewunderung für die (zweifellos
feststellbare) Kompromisslosigkeit des Verursachers, sondern
weil es mir schlicht und einfach gefällt. Ich darf doch
hoffen, mir mit dieser Aussage auf allen Seiten Feinde gemacht
zu haben, oder?