Individuelle
Gründe Gott zu hassen gehören von nun an der Vergangenheit
an. Mittlerweile haben 4 Krawallmacher einen für allgemeingültig
erklärten Code gefunden, der wohl auf jeden Gott anzuwenden
ist. Zumindest kann man den Schluss fassen, wenn man sich die
Herkunftsländer der (prominenten) Mitglieder von GODHATECODE
anschaut. Für Österreich treten Wolfgang Rothbauer
(Thirdmoon, In Slumber, Eisblut) und Armin Schweiger (Distaste)
an, Spanien schickt Avulsed Basser Tana ins Rennen und gejagt
werden die Jungs vom Schweden und ehemaligen Grave Knüppler
Pelle Ekegren, der aktuell bei Coercion die Felle zum bersten
bringt. Bei den 15 Jahren, die man sich nun mittlerweile durchs
gemeinsame Touren usw. kennt, hat man sich anscheinend öfter
über diverse religiöse Eigenschaften ausgekotzt, so
dass man die Gedanken irgendwann angefangen hat zu bündeln,
um diese auf Aeons zu bannen. Und dass das Ganze
nicht gerade zimperlich ausfällt, lässt sich schon
an der recht kurzen Spieldauer von ca. 32 Minuten ausmachen.
Die Scheibe geht schnörkellos nach vorne weg, ohne dabei
Gefahr zu laufen, Einbußen beim technischen Aspekt einfahren
zu müssen; musikalisch haben es die Jungs ohne Frage drauf.
Und wenn es darum geht, schleppende Riffs parallel zu Blast-
und Doublebassattacken zu wirbeln, sind GODHATECODE ganz
vorne mit dabei. Aeons wird gerne in die Brutal
Death Metal Schublade gesteckt, da kann ich nur bedingt mitgehen.
Immer wieder eingestreute Melodiebögen im Laufe der Scheibe
sprechen da eine andere Sprache. Der finale Genickschuss Narcoleptic
Wrath hat neben seinen Blastparts einen fetten Moshgroove.
Gesanglich bewegt sich nicht alles im tiefsten Bereich –
Armin Schweiger sorgt auch da mit seiner Grind-erprobten Stimme
für genügend Spielraum oberhalb der Death Metal Abgründe.
Ich will das Ganze mal abrunden: Aeons hat für
mich drei klare Highlights: Das ist der Opener Crawl Down
To Zero, der dich wie ein Brett in die Fresse trifft; da
ist das deutsch intonierte und mit seiner tragenden Melodie
zum Brecher avancierende Seelenkalt und zum guten Schluss
die bereits genannte Kombination schnelle und langsame Elemente
konträr zu zocken. Einziges Manko: Aeons
kann nicht immer den guten Standard halten, wie er manchmal
vorgelegt wird. So kommt es, das der ein oder andere Song im
Vergleich etwas belanglos und wenig griffig daherkommt. Drehen
GODHATECODE allerdings an den richtigen Knöpfen,
sollte uns beim nächsten Mal ein richtiger Kracher erwarten.