Erinnert
sich noch jemand an GOD LIVES UNDERWATER, eine
d e r amerikanischen Hoffnungen im Universum durchschnittlicher
Grunge-Musik? Nicht zuletzt den Goldfingern von Rick Rubin verdankten
sie Ende der 90er ihren kurzen Erfolg. Doch die Pleite ihres
Labels sowie die unvermeidbaren Drogen-Erfahrungen zwangen die
Band zwischenzeitlich in die Knie. Mit Up Off The
Floor melden sie sich wieder zurück auf den
Beinen. Um es kurz zu machen: Wie eine Mischung aus alten Soundgarden
und Marylin Manson’s Glam-Rock-Experimenten kommt es daher.
Dreckige Gitarrensounds ziehen sich wie ein roter Faden durch
das aktuelle Werk des Gespanns Reilly / Turzo. Dazu mixen sie
die immer etwas gequält wirkenden Vocals, sägende
Stakkato-Riffs und unerhört groovende Hooklines mit 90er-Grunge-Feeling
über zeitgemäßen Sequencer-Beats. Die Texte
sind emotionaler als zuvor, das Tempo im mittleren Bereich suggeriert
bedrohliche Düsternis, unterstrichen von ein paar spärlichen
Melodie-Loops. Eingängiges Zeugs, allemal. Doch so schnell
wie sich die Songs auf Up Off The Floor
ins Ohr setzen, so schnell verfliegen sie auch wieder. Selbst
nach mehrmaligem Hören ist es mir nicht gelungen, ein Highlight
der CD auszumachen. Entweder enthält es nur Höhepunkte
– oder eben gar keinen. Das ist mal wieder eine Frage
des Standpunktes.