Die Sonne verdunkelt sich, wenn GLOSON mit bedrückenden Klängen den Hörer in lichtlose Tiefen hinab ziehen. Hypnotische Riffkaskaden, eine apokalyptische Stimme und mahlende Rhythmen lassen kaum Platz für harmonische Momente oder erhabene Melodien. Die Schweden sind ein ganz harter Brocken und weben nur ganz marginal positive Vibes in ihre markerschütternden Kompositionen ein. Die Melodiefolgen sind eher unangenehmer Natur und erzeugen Unbehagen sowie Sehnsucht nach einem Funken Hoffnung. Darauf wartet man jedoch vergeblich, pechschwarz und desperat reißen dich zähflüssige, in Riffs gegossene Lavaströme immer weiter in den Abgrund. Das Stück Antlers lebt von dezenter Laut-Leise-Dynamik, da auch ganz ruhige Passagen Verwendung finden. Insgesamt dominiert aber eindeutig tonnenschwerer, bedrückender Depressivsound mit ausgedehnten Instrumentalsessions und minimalem Melodieanteil.
Während des ausgedehnten Cringe verdichten Glockenschläge die Friedhofsstimmung, die klaren Gitarren wirken wie ein Sonnenstrahl in der finsteren Nacht. Auch die elegante Keyboardmelodie beim Abschlussmonster Embodiment erzeugt so etwas wie elegische Erhabenheit und somit Suchtcharakter.
Seid gewappnet für einen finsteren Klumpen aus knochentrockenen Riffs, desperater Lyrik und finsteren Stimmen. Die marginale Dynamik nimmt durchaus gefangen, da sich hypnotische Züge entwickeln können. Mir passiert hier zu wenig Überraschendes, doch die Musik soll als Gesamtwerk Spuren hinterlassen – und das gelingt Grimen allemal, wenn auch nicht in überragend eindrucksvoller Manier.