DYSANCHELY - Secrets Of The Sun
Label: Metal Age Productions
Release: 2003
Von: Medion
Punkte: 6
 

Ganz sicher bin ich mir nicht, was ich von DYSANCHELY halten soll. Einerseits liefern die 4 Tschechen ein solides melodic Death Album ab, andererseits haben mich aber gerade vor kurzem Mors Principium Est mit ihrem Debüt völlig vom Hocker geblasen, wovon Secrets Of The Sun doch noch einige Schritte entfernt ist. Egal, trotzdem wissen auch DYSANCHELY zu gefallen, was an ihrer Mischung aus melodischem Black/Death mit Heavy Metal-Einflüssen liegt. Gleich der Opener Lullaby wartet mit guten Melodien auf und zeigt, dass auch aus Ländern, die man eher weniger mit Metal verbindet, durchaus hoffnungsvolle Combos hervorgehen. Zwar ist der Sound etwas gewöhnungsbedürftig, als schlecht würde ich ihn aber keinesfalls bezeichnen. Auch das nachfolgende About Man And Evil bietet coole Melodien und hat was. Je länger man sich durch das Material hört, desto mehr fällt ein Drift Richtung Swedish-like Black/Death auf, der mich bei Songs wie Lost In Beauty stark an die verblichenen Gates Of Ishtar erinnern, was aber zu DYSANCHELY ganz gut passt. Leider schaffen es die Tschechen aber auf keinem ihrer Songs, prägnante Refrains herauszuarbeiten, geschweige denn, einen gewissen Wiedererkennungs- faktor einzubauen und so kann das Quartett zwar technisch mit internationaler Konkurrenz mithalten, in songschreiberischer Hinsicht gibt’s jedoch noch einiges zu verbessern. Als besonders störend empfinde ich aber, die meiner Meinung nach, zu laute und mit viel zu viel Delay belegte Stimme des Sängers, welche den größten Schwachpunkt auf Secrets Of The Sun darstellt. Davon abgesehen hätte man sich die unnötigen Gastbeiträge sparen können, die den Track Song Of Sorrow eher verunstalten, als bereichern.
Keine Frage, DYSANCHELY haben Potential, dieses muss jedoch erst noch richtig umgesetzt werden!

Metal Age Production