Langsam öffnen sich die Tore des Verstands, wenn elegische Riffs und nachdenklicher Klargesang die ersten Minuten dieses Albums bestimmen. Doch diese kontemplative Ruhe ist total trügerisch, da unvermittelt harscher Black Metal das Kommando übernimmt; vokaltechnisch dominiert nun eine verzweifelte Stimme, die intensiv ans Ohr dringt. Die Klangwelt von DYNFARI lebt von diesen enormen Gegensätzen, denn nachdenkliche, sanft dahingleitende Passagen wechseln sich manchmal recht abrupt mit fiesem Black Metal ab, sodass man sich nie ganz sicher sein kann, was im nächsten Augenblick passiert. Die Gewichtung der beiden Pole ist dabei von Song zu Song verschieden, mal schlägt das Pendel eher Richtung Black Metal-Aggression aus, dann sorgen chorartige Arrangements für eine erhabene Stimmung. Ein gewisses Maß an Monotonie gehört auch zu den weit ausholenden Stilmitteln, doch DYNFARI besitzen ein gutes Händchen für die richtige Dosis, damit die Stücke nicht in zu oft wiederholten Klangschleifen hängen bleiben und somit langatmig wirken.
Das balladeske Sorg vermittelt mit Akustikgitarren, Sprechstimme und zarter Flötenuntermalung schummrige Lagerfeuerromantik, ehe sich bei 3rd Door: Madness nach einer Weile wieder harte Riffs einmischen und elegische Instrumentalparts das monumentale Ende bestimmen. Eine gehörige Portion epischer Breite ist jedenfalls immer mit an Bord, ganz besonders ausgeprägt beim finalen Klangmonster namens 4th Door: Death. Da treffen wir die inzwischen vertrauten Zutaten erneut: langsame, nachdenkliche Schwere lullt uns ein und gibt uns ein Gefühl der Entspannung, bevor die Geschwindigkeit schrittweise zunimmt und der überlange Brocken bedrohlich Fahrt aufnimmt. Die Spannung fällt in sich zusammen, nimmt jedoch gegen Ende einen zweiten Anlauf und gipfelt in einem instrumentalen Breitwandsoundfinale.
DYNFARI liefern Musik für die Seele - oftmals ruhig fließend, mit kurzen, kraftvollen Ausbrüchen, die zwischenzeitlich für Wirbel sorgen. In Erinnerung bleiben opulent ausgerollte Klangteppiche, wogegen eingängige Refrains oder klassische Hooks keine Rolle spielen. The Four Doors Of The Mind bietet Musik zum Wegdriften, Abheben und Eintauchen!