DOPE STARS INC – Neuromance

 
Label: Trisol
Release: 22.08.2005
Von: Daniel
Punkte: 8/10
Time: 59:27
Stil: Industrialrock
URL: Dope Stars Inc.
 

„Fucking narcissist, aren’t we?“ prangt es augenzwinkernd über den in höchstem Maße durchgestylten Promofotos auf der Homepage der italienischen Newcomerformation DOPE STARS INC., deren aktuelles Album Neuromance ihr Labeldebüt bei Trisol darstellt. Passend zum optischen Eindruck, der sicherlich für die ein oder anderen schmachtenden Herzen weiblicher Fans sorgen wird, gibt sich die musikalische Komponente des futuristischen Vierers in einem soundtechnisch fast perfekten Soundgewand aus Elektronik und Rock, was nicht verwunderlich ist, denn bei Neuromance saßen keine geringeren Produzenten als John Fryer (Produzent von HIM, Nine Inch Nails) und Thomas Rainer von L’Ame Immortelle hinter den Reglern.
Konsequent zieht sich dabei der Cyberkosmos der DOPE STARS INC. durch den musikalischen Parforceritt hoher Schlagzahl – passend dazu ist auf der Tracklist gleich die BPM-Zahl angegeben. DOPE STARS INC. lassen im Vergleich zu den artverwandten The Kovenant oder Deathstars trotz hohen Anteils an elektronischen Komponenten ordentlich Raum für Rockstarattitüden, was vor allem beim Gesang zum Ausdruck kommt, der vor dem ein oder anderen „Yeah!“ nicht haltmacht.
Musikalische Ausfälle oder offensichtliche Lückenfüller gibt es auf Neuromance keine, allerdings wirkt das konsequent flotte Tempo manchmal etwas ermüdend und lässt Abwechslung vermissen, sorgt aber für absolute Autobahn- sowie Tanzflächentauglichkeit der Scheibe. Bei den wenigen, etwas langsameren und melodiöseren, relativ vielschichtigen Liedern wie Make A Star kommt hingegen das volle Potential der Band zur Geltung. Bitte mehr davon!
Alles in allem kann man Neuromance als ein beachtliches Debüt bezeichnen und es ist sicherlich spannend zu beobachten, welche Eisen die DOPE STARS INC. für ihre nächsten Veröffentlichungen im Feuer haben. Fans der oben angesprochenen Bands können sozusagen blind zugreifen, sollten allerdings versuchen, die limitierte Edition zu ergattern, denn hier wird in einem Digipak im Hochformat zusätzlich eine randvolle Remix-CD mit klangvollen Namen wie Funker Vogt oder Mortiis beigelegt, die dem Cyberrock noch die ein oder andere stilistische Facette zu entlocken weiß und auf der so manches musikalische Highlight zu entdecken ist (Siderartica, Spiritual Front).