„Fucking
narcissist, aren’t we?“ prangt es augenzwinkernd
über den in höchstem Maße durchgestylten Promofotos
auf der Homepage der italienischen Newcomerformation DOPE
STARS INC., deren aktuelles Album Neuromance
ihr Labeldebüt bei Trisol darstellt. Passend zum optischen
Eindruck, der sicherlich für die ein oder anderen schmachtenden
Herzen weiblicher Fans sorgen wird, gibt sich die musikalische
Komponente des futuristischen Vierers in einem soundtechnisch
fast perfekten Soundgewand aus Elektronik und Rock, was nicht
verwunderlich ist, denn bei Neuromance
saßen keine geringeren Produzenten als John Fryer (Produzent
von HIM, Nine Inch Nails) und Thomas Rainer von L’Ame
Immortelle hinter den Reglern.
Konsequent zieht sich dabei der Cyberkosmos der DOPE
STARS INC. durch den musikalischen Parforceritt hoher
Schlagzahl – passend dazu ist auf der Tracklist gleich
die BPM-Zahl angegeben. DOPE STARS INC. lassen
im Vergleich zu den artverwandten The Kovenant oder Deathstars
trotz hohen Anteils an elektronischen Komponenten ordentlich
Raum für Rockstarattitüden, was vor allem beim Gesang
zum Ausdruck kommt, der vor dem ein oder anderen „Yeah!“
nicht haltmacht.
Musikalische Ausfälle oder offensichtliche Lückenfüller
gibt es auf Neuromance keine, allerdings
wirkt das konsequent flotte Tempo manchmal etwas ermüdend
und lässt Abwechslung vermissen, sorgt aber für absolute
Autobahn- sowie Tanzflächentauglichkeit der Scheibe. Bei
den wenigen, etwas langsameren und melodiöseren, relativ
vielschichtigen Liedern wie Make A Star kommt hingegen
das volle Potential der Band zur Geltung. Bitte mehr davon!
Alles in allem kann man Neuromance
als ein beachtliches Debüt bezeichnen und es ist sicherlich
spannend zu beobachten, welche Eisen die DOPE STARS
INC. für ihre nächsten Veröffentlichungen
im Feuer haben. Fans der oben angesprochenen Bands können
sozusagen blind zugreifen, sollten allerdings versuchen, die
limitierte Edition zu ergattern, denn hier wird in einem Digipak
im Hochformat zusätzlich eine randvolle Remix-CD mit klangvollen
Namen wie Funker Vogt oder Mortiis beigelegt, die dem Cyberrock
noch die ein oder andere stilistische Facette zu entlocken weiß
und auf der so manches musikalische Highlight zu entdecken ist
(Siderartica, Spiritual Front).