Der
erste Höreindruck hat getäuscht. Leider ist die neue
DRILLER KILLER Scheibe doch nicht der erwartete
Überhammer geworden, sondern schwächelt im direkten
Vergleich zum Vorgängeralbum Cold, Cheap &
Disconnected sogar ziemlich ab. Sänger Cliff
und seine teilweise neu besetzte Band haben es anscheinend für
nötiger gehalten, wahnsinnig originelle Songtitel, wie
z.B. Thefuckhumangrenade, Dakapokalypse, Nightmarathon
oder 3one6one4, zu erfinden, anstatt wieder richtig
aggressives DRILLER KILLER-Crustmaterial zu
schreiben. Dem Großteil des Liedguts fehlt es an Biss,
die Stücke dümpeln richtiggehend an einem vorbei.
Es gibt auch keine Überraschungen mehr, denn die Band bewegt
sich weitestgehend auf ausgelatschten Crust-Pfaden. Wer sich
ein wenig mit dem Backkatalog dieser Band beschäftigt hat,
kann sogar mit erschreckender Sicherheit sagen, wann und wie
die Vocals bei diesem und jenem Part einsetzen werden, wann
die nächste Leadgitarre ertönt, usw.
Es steht natürlich außer Frage, dass DRILLER
KILLER noch immer besser sind als 95 Prozent der ähnlich
orientierten Bands, aber wenn man von einer Combo nur erstklassige
Alben gewöhnt ist, stellt so etwas wie The
4Q Mangrenade (soll wohl „The Fuck You Mangrenade“
heißen) schon eine Enttäuschung dar.