Bedächtig und verträumt geleiten uns DREAM UNENDING mit Entrance in ihr stimmungsvolles Album Tide Turns Eternal, ehe eine abgrundtiefe Stimme und zähe Riffs den finsteren Reigen eröffnen. Ein deprimierendes, eiskaltes und zugleich melodisch erhabenes Szenario breitet sich aus und hüllt den Hörer in eine ambivalente Klangwolke.
Die Band stellt keine Geschwindigkeitsrekorde auf, verharrt schon zum Großteil in scheinbarer Lethargie, doch eine unterschwellige Aggression schwebt drohend über den Kompositionen. Zart eingebundene Orgelklänge tauchen während einer ausgedehnten Instrumentalpassage auf, dann gleitet ein einsames Gitarrenriff entspannt durch den Äther, kurz bevor sich die angestaute Spannung in einem kontrastreich beschleunigten und bissig wütenden Intermezzo Bahn bricht.
Die gruftige und gleichförmige Stimme setzt die Band eher sparsam ein, diese wird allerdings wohltuend von einer Erzählpassage im Verlauf von Dream Unending ergänzt und bekommt später sogar kurzzeitig von einer Frauenstimme Gesellschaft, wodurch die Struktur des epischen Finales Tide Turns Eternal an Dynamik gewinnt.
Ein wunderbar träumerisches und mit aggressiven Zwischentönen gespicktes Werk taucht die Hörer in ein atmosphärisches Wechselbad der Gefühle: sowohl entspannt gedankenverloren als auch zwischendurch urplötzlich aufgerüttelt, hinterlässt dieses Album bleibende Spuren im emotionalen Nervenzentrum.