Synthie-Pop-Bands
gibt’s wie Sand am Meer, und die meisten klingen irgendwie
nach Depeche Mode. DAYS OF FATE gehen auf ihrem
zweiten Album Home-Made Cake Of The Day
einen anderen Weg. Wenn überhaupt, erinnert die Musik eher
an Mesh, als an Depeche Mode. Die vierköpfige Band macht
melodiöse Elektromusik, die aber von genrefremden Elementen
aufgelockert wird – etwa von Anleihen an Brit-Pop-Sounds.
Das beste Beispiel dafür ist Open Sky: Ein Ohrwurm,
der sich wie die perfekte Kreuzung aus Synthie- und Britpop anhört.
Einen Hauch Melancholie haben alle Songs. Aber während Open
Sky fast fröhlich daherkommt, ist der Titelsong Home-Made
Cake Of The Day experimenteller und entfaltet einen unwiderstehlicher
dunklen Sog mit sphärischen 80er Jahre Klängen. Covent
Garden dagegen ist hymnisch und lädt zum Mit-Trällern
ein. Die CD strotzt nur so vor Ideen: So überrascht Maybe
mit einem swingenden Klavier-Intro
DAYS OF FATE sind poppig, ohne oberflächlich
zu klingen. Vor allem die (ausgebildete) interessante Stimme von
Sänger Torsten hebt sie von der Masse ab. Bei den ausgereiften
Songs, die nie einfach dahin plätschern, sondern immer die
eine oder andere überraschende Kehrtwendung nehmen, ist es
kein Wunder, dass DAYS OF FATE schon seit zehn
Jahren existieren. Sie haben freilich eine wechselhafte Geschichte
hinter sich, inklusive Krach mit der Plattenfirma und nur einer
CD-Veröffentlichung. Das neue Album klingt dennoch frisch
und unbeschwert. Wenn die Welt gutgemachte Popmusik statt belanglose
Chartsmusik hören wollte, dann müsste sie DAYS
OF FATE lieben.
Days
Of Fate |