Auch die Songs
auf der neuen Platte The Isolation Game sind
unterhaltsam, doch sie werden ob ihrer unspektakulären
Arrangements kaum für Aufsehen sorgen oder aus der Masse
herausragen. Die Gitarrenmelodien sind aller Ehren wert, das
oft praktizierte Wechselspiel aus aggressiven Kreischvocals
und melodischen Refrains wirkt wohl durchdacht, wodurch im
Endeffekt auch so manch feiner Ohrwurm entsteht.
Meine Kritikpunkte finden sich in der über weite Strecken
ideenlosen Schlagzeugarbeit, die zwar den nötigen Schub
bietet, aber oft zu gleichförmig vor sich hin rattert.
Auch überraschende Wendungen oder effektive Geschwindigkeitswechsel
sucht der geneigte Hörer vergeblich. Die Dynamik geht
dadurch bisweilen flöten und es bleibt der Eindruck eines
zwar homogenen Albums, dem mehrere Ecken und Kanten sicherlich
gut getan hätten. Die manchmal übertriebenen Effekte
auf der Stimme fallen auch eher negativ ins Gewicht und zwängen
die Stücke in ein modernes Klanggewand.
Headbangerkompatible Rhythmen wie im zwingenden Stepchild
Of Laceration und das folgende ruhige Break weisen
eindeutig in die Richtung namens Begeisterung, doch die Italiener
nutzen solche Überraschungsmomente zu wenig aus.
Auch das Titelstück The Isolation Game kann sich
durch seinen zuckersüßen Refrain, leicht modern
klingende Elemente und den eingängigen Rhythmus im Ohr
festsetzen, doch unterm Strich ist das Stangenware ohne extremen
Hymnenfaktor oder neue Akzente.
Da passt es ganz gut, dass die Band das Tempo mal spürbar
nach oben drückt (Blacklight Rush). Durch die
Stimme, welche ein wenig effektüberladen und somit unnatürlich
klingt, muss man neuerlich Abzüge in der Präsentation
hinnehmen. Das sanfte Zwischenspiel namens Glimmer
fällt dagegen positiv aus dem Rahmen, genauso wie das
variable, intensive Losing Ground, das mächtig
groovende Same Old Nails For A New Messiah (witziger
Titel! :)) oder das schnelle Digging A Grave Of Silence.
Insgesamt rauscht
The Isolation Game aber über weite Strecken
zu wenig zwingend an mir vorbei. Mehr als ein wohlwollendes
Kopfnicken für eine unterhaltsame Veröffentlichung
mit netten Refrains und cooler Gitarrenarbeit ist somit leider
nicht drin, obwohl die CD gegen Ende hin an Durchschlagskraft
gewinnt und deswegen die Durchschnittslatte noch deutlich
überspringt.