DISARMONIA MUNDI – The Isolation Game

 
Label: Coroner Records
Release: 09.12.2009
Von: Stormlord
Punkte: 7/10
Time: 49:11
Stil: Melodic Death Metal
URL: Disarmonia Mundi
 
DISARMONIA MUNDI sind keine unbekannten Vertreter im beinahe unüberschaubaren Meer an melodischen Death Metal Bands, fielen sie in der Vergangenheit nicht nur durch kompetente Musik sondern auch durch die Zusammenarbeit mit Soilwork-Barde Björn Strid positiv auf.

Auch die Songs auf der neuen Platte The Isolation Game sind unterhaltsam, doch sie werden ob ihrer unspektakulären Arrangements kaum für Aufsehen sorgen oder aus der Masse herausragen. Die Gitarrenmelodien sind aller Ehren wert, das oft praktizierte Wechselspiel aus aggressiven Kreischvocals und melodischen Refrains wirkt wohl durchdacht, wodurch im Endeffekt auch so manch feiner Ohrwurm entsteht.
Meine Kritikpunkte finden sich in der über weite Strecken ideenlosen Schlagzeugarbeit, die zwar den nötigen Schub bietet, aber oft zu gleichförmig vor sich hin rattert. Auch überraschende Wendungen oder effektive Geschwindigkeitswechsel sucht der geneigte Hörer vergeblich. Die Dynamik geht dadurch bisweilen flöten und es bleibt der Eindruck eines zwar homogenen Albums, dem mehrere Ecken und Kanten sicherlich gut getan hätten. Die manchmal übertriebenen Effekte auf der Stimme fallen auch eher negativ ins Gewicht und zwängen die Stücke in ein modernes Klanggewand.
Headbangerkompatible Rhythmen wie im zwingenden Stepchild Of Laceration und das folgende ruhige Break weisen eindeutig in die Richtung namens Begeisterung, doch die Italiener nutzen solche Überraschungsmomente zu wenig aus.
Auch das Titelstück The Isolation Game kann sich durch seinen zuckersüßen Refrain, leicht modern klingende Elemente und den eingängigen Rhythmus im Ohr festsetzen, doch unterm Strich ist das Stangenware ohne extremen Hymnenfaktor oder neue Akzente.
Da passt es ganz gut, dass die Band das Tempo mal spürbar nach oben drückt (Blacklight Rush). Durch die Stimme, welche ein wenig effektüberladen und somit unnatürlich klingt, muss man neuerlich Abzüge in der Präsentation hinnehmen. Das sanfte Zwischenspiel namens Glimmer fällt dagegen positiv aus dem Rahmen, genauso wie das variable, intensive Losing Ground, das mächtig groovende Same Old Nails For A New Messiah (witziger Titel! :)) oder das schnelle Digging A Grave Of Silence.

Insgesamt rauscht The Isolation Game aber über weite Strecken zu wenig zwingend an mir vorbei. Mehr als ein wohlwollendes Kopfnicken für eine unterhaltsame Veröffentlichung mit netten Refrains und cooler Gitarrenarbeit ist somit leider nicht drin, obwohl die CD gegen Ende hin an Durchschlagskraft gewinnt und deswegen die Durchschnittslatte noch deutlich überspringt.