Wings
Of Lead Over Dormant Seas ist ein Schlachtfeld
der Emotionen! Jedes noch so winzige Gefühl wird hier zerschmettert
und zerstört. Man stirbt... mit blutenden Herzen und einem
Lächeln auf dem Gesicht. Schwer wälzt sich der fast
20-Minütige Opener Meridians über das Seeleninnere,
schwellt auf und ab, während Gitarist Marc mit seinem Gesang
das Herz zerfetzt. Was für ein Monolith!
End, Infinite hingegen ist mit seinen guten 2 Minuten
nur ein verlorenes instrumentales Zwischenspiel, atmosphärisch,
ein wenig den Schmerz mildernd, bevor es mit zwei viertelstundenlangen
Tracks weitergeht. Epicenter bleibt dabei weitestgehend
instrumental, variiert in der Mitte mit stampfenden, doomigen
Riffen, während der Gesang erst zum Ende einsetzt. Lotus
Continent ist quasi ein DIRGE Klassiker,
wie man es zum Beispiel vom Vorgänger And Shall
The Sky Descend her gewohnt ist und zerrt zum
Ende hin mit gekonnt gesetzten „Hammerschlägen“
an den Nerven. Das finale Grande wird mit Nulle Part
eingeleitet, ein auf den ersten Blick völlig ungewöhnlicher
Song, der vermeintlich für die bisher erlittene Seelenqual
entschädigt. Nulle Part ist melancholisch aber
eben nicht massiv und alles zerstörend, mit einer deutlichen
Ambient-Note. Ein unter die Haut gehender Song und ein grandioser
Abschluss.
Das hier vorliegende
Promo ist allerdings nur eine Seite der Medaille, denn Wings
Of Lead Over Dormant Seas wird im Handel als
Doppel CD erhältlich sein. Und auf der zweiten CD befindet
sich dann das einstündige Titelstück. Und... als
Gastsänger geben sich Nicolas Dick (Kill The Thrill)
und Hichem Allaouchiche (Kanaan) die Ehre. Ein Genuss der
Extra-Klasse!
Wings
Of Lead Over Dormant Seas klingt definitiv anders
als sein drei Jahre zurückliegender Vorgänger And
Shall The Sky Descend. Das vierte Opus klingt
ein wenig weicher, harmonischer, nicht mehr ganz so harsch
wie sein Vorgänger. Es wird weiterhin experimentiert
und getüftelt, konstruiert man Monumentale oder lässt
spontan einen kreativen Fluss zu. Wings Of Lead
Over Dormant Seas ist für mich definitiv
eine der Platten des Jahres!
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