Part 1 ( Psycho )
Ooops, eine neue mit DIABOLICAL MASQUERADE mit gleich 61
neuen Stücken? Nun, wer jetzt an eine edle Sonderedition mit 3 CD's
oder so denkt, den muß ich zunächst enttäuschen, da die meisten
Tracks nicht mal eine Minute lang sind und das Ganze damit prima
auf einen Silberling paßt. Dafür werden dem Hörer aber auch keine
normalen Songs geboten... Des Rätsels Lösung: es handelt
sich um kein reguläres Album, sondern um einen Movie-Soundtrack,
nämlich eben für Death's Design. Ein Film, von dem
zumindest ich noch nie etwas in meinem Leben gehört habe und bei
dessen Erwähnung auch bessere Kenner der Filmszene nur mit dem
Kopf schütteln. Kein Wunder, denn der Homepage muß ich leider
entnehmen, daß dieser Film nie fertig gestellt worden ist und
zumindest in der ursprünglich geplanten Form dazu auch keine Aussichten
mehr bestehen...
Soll mir aber
auch egal sein, denn diese CD ist auch ohne Film gut genug. Geboten
werden viele kleine Soundfetzen, orchestrale Einsprengsel, kurze
Passagen normaler DM-Musik (mit Gesang), die stark an die Nightwork-Phase
angelehnt sind, sowie reichlichst Ausflüge in andere musikalische
Bereiche, z.B. Jazz, Ambient, orientalisches etc. Das alles wird
angenehm flüssig und ohne jegliche Berührungsängste von Meister
Blakkheim und Dan Swäno zusammengemischt und ergibt somit einen
wirklich interessanten Cocktail. Zwar vermißt man hier und da,
daß die Black Metal-Passagen weitergeführt werden und damit quasi
zu richtigen Stücken mutieren, aber dafür bietet diese CD etwas
anderes, nämlich faszinierende Ideen und jede Menge Atmosphäre!
Dies führt
dazu, daß man, vielleicht mit geringer Mithilfe des wunderschön
gestalteten Booklets, auch so immer wieder Szenen oder Bilder
vor seinem geistigen Auge vorbeiziehen sieht. Erfreulich auch,
daß bei aller Experimentierfreudigkeit doch der Metal-Anteil überwiegt.
Insofern kann ich Death's Design wirklich jedem
Freund außergewöhnlicher Dunkelkost, etwa à la Arcturus oder der
vorletzten Ulver, uneingeschränkt empfehlen Bleibt als einziger
Kritikpunkt die für einen O.S.T. doch recht spärlich bemessene
Spielzeit von 43:26 Minuten, was dann insgesamt 9 fette Punkte
ergibt.
Part 2 ( Wade )
Laßt mich
zuerst anmerken, das ich weiß, das da schon eine Review von Death's
Design auf dieser Seite existiert. Aber ich mag diese
Scheibe so sehr, daß ich meine, ich sollte hier eine Zugabe geben.
Ich glaube, das die meisten DIABOLICAL MASQUERADE Fans
wissen, das die Band ( Blakkheim und seine ausgedehnte Auswahl
an Gastmusikern ) schon immer ziemlich cineastisch in Sachen Entfaltung
und Visionen gewesen ist. Ich meine, all ihre Alben könnten gut
als Soundtracks in irgendeiner Form herhalten, aber diesmal ist
es die erste Veröffentlichung, die offiziell auch als Soundtrack
verkauft wird. Und auf diesem Level funktioniert das definitiv!
Blakkheim's musikalische Persönlichkeit scheint unterschiedliche
Seiten zu haben, denn hier ist eine Menge mehr Metal drin, als
in seiner eigentlichen Vollzeitband Katatonia. Alle paar Jahre
setzt er sich mit seinem Busenfreund Dan Swanö in einem Studio
zusammen, wo Dan dann auch produziert, um dann einen Metal Dämon
auf uns loszulassen, der es in sich hat.
Dieses Album ist, wie auch immer, das facettenreichste Werk, das
DIABOLICAL MASQUERADE jemals zustande gebracht haben -
bis jetzt. Es ist auch der erste Output, auf dem Blakkheim mit
cleanen Vocals zu hören ist ... wahrscheinlich auch das erste
mal, wo Mr. Heim es überhaupt versucht hat. Für mich klingt das
alles ein bißchen wie eine Mischung aus Emperor's Ihshan und Dan
Swanö selbst. Die Balance zwischen den rauhen und den cleanen
Vocals ist perfekt, aber ich hoffe mal, sie werden es damit nicht
auf dem nächsten Release übertreiben, denn ich denke schon, das
das schnell bei den cleanen Vocals möglich ist. Abgesehen davon
ist die Musik an sich auf diesem Scheibchen ziemlich simpel gestrickt
aber dennoch einfach exzellent!!! Im Wesentlichen verwendet man
die bereits erprobten Ideen und das musikalische Konzept des Vorgängeralbums
Nightwork und bringt es auf das nächst
höhere logische Extrem. Und das meine Freunde, ist eine gute Sache!
Wie schon meine deutschen Freunde erwähnten, die Musik erfaßt
einige, bisher von Blakkheim unerforschte Elemente. Da gibt es
ein paar jazzige Parts, einigen Ambient Kram, ein bißchen Elektro
und ja, ein Part kling wirklich ein wenig "orientalisch"!
Da ist sogar ein Gitarrensolo, das glatt von David Gilmour (Pink
Floyd) geschrieben worden sein könnte. Und ja, 43 Minuten sind
wirklich zu kurz aber so ist das Leben meine Freunde. Ich geb
mal einfach 10 Punkte.
Glatte 10 wohlverdiente Punkte !!!
Diabolical
Masquerade |