DIABOLICAL MASQUERADE - Death's Design, Original Motion Picture Soundtrack

Label: Avantgarde

Release: 2001

Von: Psycho & Wade

Punkte: 9 / 10

   
Part 1 ( Psycho )
Ooops, eine neue mit DIABOLICAL MASQUERADE mit gleich 61 neuen Stücken? Nun, wer jetzt an eine edle Sonderedition mit 3 CD's oder so denkt, den muß ich zunächst enttäuschen, da die meisten Tracks nicht mal eine Minute lang sind und das Ganze damit prima auf einen Silberling paßt. Dafür werden dem Hörer aber auch keine normalen Songs geboten...

Des Rätsels Lösung: es handelt sich um kein reguläres Album, sondern um einen Movie-Soundtrack, nämlich eben für Death's Design. Ein Film, von dem zumindest ich noch nie etwas in meinem Leben gehört habe und bei dessen Erwähnung auch bessere Kenner der Filmszene nur mit dem Kopf schütteln. Kein Wunder, denn der Homepage muß ich leider entnehmen, daß dieser Film nie fertig gestellt worden ist und zumindest in der ursprünglich geplanten Form dazu auch keine Aussichten mehr bestehen...

Soll mir aber auch egal sein, denn diese CD ist auch ohne Film gut genug. Geboten werden viele kleine Soundfetzen, orchestrale Einsprengsel, kurze Passagen normaler DM-Musik (mit Gesang), die stark an die Nightwork-Phase angelehnt sind, sowie reichlichst Ausflüge in andere musikalische Bereiche, z.B. Jazz, Ambient, orientalisches etc. Das alles wird angenehm flüssig und ohne jegliche Berührungsängste von Meister Blakkheim und Dan Swäno zusammengemischt und ergibt somit einen wirklich interessanten Cocktail. Zwar vermißt man hier und da, daß die Black Metal-Passagen weitergeführt werden und damit quasi zu richtigen Stücken mutieren, aber dafür bietet diese CD etwas anderes, nämlich faszinierende Ideen und jede Menge Atmosphäre!

Dies führt dazu, daß man, vielleicht mit geringer Mithilfe des wunderschön gestalteten Booklets, auch so immer wieder Szenen oder Bilder vor seinem geistigen Auge vorbeiziehen sieht. Erfreulich auch, daß bei aller Experimentierfreudigkeit doch der Metal-Anteil überwiegt. Insofern kann ich Death's Design wirklich jedem Freund außergewöhnlicher Dunkelkost, etwa à la Arcturus oder der vorletzten Ulver, uneingeschränkt empfehlen Bleibt als einziger Kritikpunkt die für einen O.S.T. doch recht spärlich bemessene Spielzeit von 43:26 Minuten, was dann insgesamt 9 fette Punkte ergibt.


Part 2 ( Wade )

Laßt mich zuerst anmerken, das ich weiß, das da schon eine Review von Death's Design auf dieser Seite existiert. Aber ich mag diese Scheibe so sehr, daß ich meine, ich sollte hier eine Zugabe geben. Ich glaube, das die meisten DIABOLICAL MASQUERADE Fans wissen, das die Band ( Blakkheim und seine ausgedehnte Auswahl an Gastmusikern ) schon immer ziemlich cineastisch in Sachen Entfaltung und Visionen gewesen ist. Ich meine, all ihre Alben könnten gut als Soundtracks in irgendeiner Form herhalten, aber diesmal ist es die erste Veröffentlichung, die offiziell auch als Soundtrack verkauft wird. Und auf diesem Level funktioniert das definitiv!
Blakkheim's musikalische Persönlichkeit scheint unterschiedliche Seiten zu haben, denn hier ist eine Menge mehr Metal drin, als in seiner eigentlichen Vollzeitband Katatonia. Alle paar Jahre setzt er sich mit seinem Busenfreund Dan Swanö in einem Studio zusammen, wo Dan dann auch produziert, um dann einen Metal Dämon auf uns loszulassen, der es in sich hat.
Dieses Album ist, wie auch immer, das facettenreichste Werk, das DIABOLICAL MASQUERADE jemals zustande gebracht haben - bis jetzt. Es ist auch der erste Output, auf dem Blakkheim mit cleanen Vocals zu hören ist ... wahrscheinlich auch das erste mal, wo Mr. Heim es überhaupt versucht hat. Für mich klingt das alles ein bißchen wie eine Mischung aus Emperor's Ihshan und Dan Swanö selbst. Die Balance zwischen den rauhen und den cleanen Vocals ist perfekt, aber ich hoffe mal, sie werden es damit nicht auf dem nächsten Release übertreiben, denn ich denke schon, das das schnell bei den cleanen Vocals möglich ist. Abgesehen davon ist die Musik an sich auf diesem Scheibchen ziemlich simpel gestrickt aber dennoch einfach exzellent!!! Im Wesentlichen verwendet man die bereits erprobten Ideen und das musikalische Konzept des Vorgängeralbums Nightwork und bringt es auf das nächst höhere logische Extrem. Und das meine Freunde, ist eine gute Sache! Wie schon meine deutschen Freunde erwähnten, die Musik erfaßt einige, bisher von Blakkheim unerforschte Elemente. Da gibt es ein paar jazzige Parts, einigen Ambient Kram, ein bißchen Elektro und ja, ein Part kling wirklich ein wenig "orientalisch"! Da ist sogar ein Gitarrensolo, das glatt von David Gilmour (Pink Floyd) geschrieben worden sein könnte. Und ja, 43 Minuten sind wirklich zu kurz aber so ist das Leben meine Freunde. Ich geb mal einfach 10 Punkte.
Glatte 10 wohlverdiente Punkte !!!

Diabolical Masquerade