Es gibt
ja immer wieder musikalische Überraschungen! Besonders
bei Newcomerbands ist es schön zu sehen, wenn nicht im
Einheitsbrei mit geschwommen wird und eine überaus eigenständige
und auch eigenwillige Mixtur herauskommt. Ich hoffe die drei
Musiker sind mir nicht böse, wenn mir aufgrund ihrer komplexen
und meist überlangen Kompositionen Namen wie Opeth oder
Disillusion in den Sinn kommen. Also ist unbedingt eine längere
Anlaufzeit nötig, um mit den 8 Liedern von Eerie
Sphere warm zu werden. Die verschachtelten Stücke
verlangen einiges an Konzentration und Durchhaltevermögen.
Schwere Kost, die sich keineswegs als Hintergrundberieselung
eignet! Taktwechsel gibt es nahezu ständig, die Gitarren
zaubern virtuose und manchmal wirre Läufe und Melodien.
Die Rhythmussektion steht dem in nichts nach und glänzt
durch Abwechslungsreichtum. Die schon erwähnten Opeth scheinen
in der einen oder anderen Passage schon mal durch, aber deren
Damnation/Deliverance Geniedoppeldecker ist sicher nicht die
schlechteste Referenz. Der Gesang tönt ebenso vielfältig,
die klare Stimme wirkt zu Beginn gewöhnungsbedürftig,
passt aber sehr gut ins Gesamtkunstwerk. Auch vom Tempo her
fühlen sich DEVIATED PRESENCE in allen
Variationen wohl und überzeugen sowohl mit ruhigen Nummern
wie dem schon so entspannt benannten Titel Rest als
auch in schnelleren Gefilden wie sie uns mit Failures
beweisen. Im Monstertrack Storm klingt das Dreigestirn
im Abschlussteil, der sich als Hidden Track namens Reawakening
entpuppt, für mich nach Lacrimosa und so schwankt die Stimmung
ständig, ein Wechselbad der Gefühle Unter 6 Minuten
findet sich hier kein Song, aber DEVIATED PRESENCE
verstehen es über die gesamte Spielzeit, spannend zu klingen,
alles ist am rechten Platz und einem Puzzle gleich fügen
sich frickelige Parts an wohlklingende Passagen an, tiefer Growlgesang
harmoniert mit klaren Vocals. Kurzum: eine rundum gelungene
Scheibe mit vielen Überraschungsmomenten. Wie diese interessante
Melange wohl auf der Bühne umzusetzen wäre?