Das
ist Old School Death Metal wie er sein sollte, mit sehr gutem
und transparentem Sound versehen und knackigen Songs, die einige
coole Melodien und Headbang-Passagen bereithalten. Gut zum Autofahren
und nebenbei hören, dennoch mit Anspruch, um sich genauer
mit den 13 Liedern von Virus Of Violence
zu beschäftigen.
Hin und wieder drücken DESENSITISED im
richtigen Moment auf die Tube, chaotisch wird es aber zu keiner
Sekunde. Das Organ von Frontgrunzer Wilbert ist kraftvoll und
brutal, unterstützt wird er bei den Gesangsparts von Gitarristin
Susan, die nebenbei ihrem Instrument haufenweise nette Riffs
und Melodien zu entlocken vermag. Auch Dennis von Severe Torture
malträtiert beim vorletzten Song Sacred Slaughter
zur Intensivierung der Gesangsdarbietung seine Stimmbänder.
Die gesamten Stücke sind um die drei Minuten kurz, kommen
also schnell auf den Punkt. Ihnen wohnt eine frische, fast punk-mäßige
Attitüde inne, die gute Laune aufkommen lässt und
permanent nach vorne drückt. Nach vorne drückt auch
der Sound - für mich allerdings kein Wunder, für das
Mastering zeichnet Knöpchendreh-Wunder Andy Classen verantwortlich.
Dieser Virus ist für alle bestimmt, die mit komplex-technischem
Frickelmetal nichts am Hut haben und dennoch auf instrumentale
Fertigkeiten nicht verzichten wollen. Mir gefallen DESENSITISED
am allerbesten, wenn das Gaspedal nicht bis zum Anschlag durchgedrückt
wird, da so der Intensitätsfaktor noch gesteigert wird.
Geschwindigkeit ist demnach nicht alles, doch das hat die Band
auch sehr gut erkannt und nimmt das Tempo zugunsten eines schmissigen
Parts auch mal gerne zurück, als Beispiel sei hier nur
das teilweise schleppende Martyr genannt. Dann regiert
aber wieder der Knüppel und somit kontrolliertes Chaos.
Als bester Track stellt sich das mit einem explosiven Eingangsriff
gesegnete Introspective Exploration heraus, welcher
auch die schönste Gitarrenmelodie zu bieten hat. Mich hat
der Virus Of Violence jedenfalls im
Griff und macht auch Spaß – und das ist doch die
Hauptsache, auch wenn nichts Neues und „nur“ eine
sehr unterhaltsame halbe Stunde Old School Death Metal geboten
wird :)