DESENSITISED – Virus Of Violence

 
Label: Pathos Productions
Release: 27.07.2006
Von: Stormlord
Punkte: 8/10
Time: 32:05
Stil: Death Metal
URL: Desensitised
 
Das ist Old School Death Metal wie er sein sollte, mit sehr gutem und transparentem Sound versehen und knackigen Songs, die einige coole Melodien und Headbang-Passagen bereithalten. Gut zum Autofahren und nebenbei hören, dennoch mit Anspruch, um sich genauer mit den 13 Liedern von Virus Of Violence zu beschäftigen.
Hin und wieder drücken DESENSITISED im richtigen Moment auf die Tube, chaotisch wird es aber zu keiner Sekunde. Das Organ von Frontgrunzer Wilbert ist kraftvoll und brutal, unterstützt wird er bei den Gesangsparts von Gitarristin Susan, die nebenbei ihrem Instrument haufenweise nette Riffs und Melodien zu entlocken vermag. Auch Dennis von Severe Torture malträtiert beim vorletzten Song Sacred Slaughter zur Intensivierung der Gesangsdarbietung seine Stimmbänder.
Die gesamten Stücke sind um die drei Minuten kurz, kommen also schnell auf den Punkt. Ihnen wohnt eine frische, fast punk-mäßige Attitüde inne, die gute Laune aufkommen lässt und permanent nach vorne drückt. Nach vorne drückt auch der Sound - für mich allerdings kein Wunder, für das Mastering zeichnet Knöpchendreh-Wunder Andy Classen verantwortlich.
Dieser Virus ist für alle bestimmt, die mit komplex-technischem Frickelmetal nichts am Hut haben und dennoch auf instrumentale Fertigkeiten nicht verzichten wollen. Mir gefallen DESENSITISED am allerbesten, wenn das Gaspedal nicht bis zum Anschlag durchgedrückt wird, da so der Intensitätsfaktor noch gesteigert wird. Geschwindigkeit ist demnach nicht alles, doch das hat die Band auch sehr gut erkannt und nimmt das Tempo zugunsten eines schmissigen Parts auch mal gerne zurück, als Beispiel sei hier nur das teilweise schleppende Martyr genannt. Dann regiert aber wieder der Knüppel und somit kontrolliertes Chaos. Als bester Track stellt sich das mit einem explosiven Eingangsriff gesegnete Introspective Exploration heraus, welcher auch die schönste Gitarrenmelodie zu bieten hat. Mich hat der Virus Of Violence jedenfalls im Griff und macht auch Spaß – und das ist doch die Hauptsache, auch wenn nichts Neues und „nur“ eine sehr unterhaltsame halbe Stunde Old School Death Metal geboten wird :)