Mächtig drücken die ersten Takte aus den Boxen und man kann einfach gar nicht anders, als sich mitreißen zu lassen von der extrem groovigen und zugleich pfeilschnell dargebotenen Mixtur der mir bis jetzt leider unbekannten DESDEMONIA. Das erste Stück Reaper Of Souls glänzt zudem mit einem Refrain zum Mitgrölen, wogegen das Titelstück Anguish mit einem wunderbar harmonischen Klargitarren-Mittelteil betört. Die Band weiß aber sehr gut, dass ständiges Vollgas ermüdet und begeistert mit dem mächtig schiebenden Cross The Line auch, wenn das Tempo nicht immer in schwindelerregende Regionen gepusht wird, obwohl auch hier meistens Highspeed angesagt ist. Harsche Taktwechsel, melodische Gitarrenläufe und ein schön eingebetteter Ruhepol lassen die Fäuste gen Himmel schnellen und animieren zum Mitbangen.
In dieser einnehmenden Tonart geht es weiter, die ratternden Riffs und mächtigen Drumsalven fliegen dem unbedarften Hörer nur so um die Ohren, dann hauen die Jungs ein flirrendes Solo raus, um kurz darauf wieder gnadenlos planierend zu agieren. Bereichernde Details wie die harmonische Einleitung von Revenge oder fein eingeflochtene Rhythmusbreaks zeugen von großem Komponiergeschick. Passenderweise kommt Abysmal ein bisschen düsterer daher und punktet mit direkt in die Nackenmuskel fahrenden Grooves und geradezu orgiastischen Instrumentaleskapaden. Die Songs blasen furios zum Angriff, Zeit zum Atemholen bleibt während der geschickt reduzierten Passagen, wodurch die nach vorne drückenden Takte aber nur noch zusätzlich mit Durchschlagskraft versorgt werden.
Nach dem intensiven Genuss von Anguish schnappe ich nach Luft, versuche meine zerbröselten Nackenwirbel sowie die zerstörte Frisur wieder in Form zu bringen und reiße mit letzter Kraft das Wertungskärtchen knapp an der Höchstpunktezahl in die Höhe... hell yeah, verdammt stark!