Mal abgesehen
von alten - den “echten” - Incubus (Beyond The Unknown)
und der Nachfolgecombo Oprobrium (mit ihrer Götter- Scheibe
Discerning Forces) haben es wohl bisher nicht allzu viele Bands
so richtig geschafft, Death Metal der amerikanischen Schule
mit Bay Area- Thrash zu verbinden, ohne dabei musikalische Ausflüge
nach Schweden oder Norwegen gemacht zu haben. Die Krawallbrüder
von DE LIRIUM'S ORDER kommen aus Finnland und
klingen dabei sowas von unwaldig und unschmalzig, dass es eine
wahre Freude ist, die Scheibe immer wieder zu hören.
Auf Victim No. 52 gibt es lupenreines,
technisches Todesblei á la Morbid Angel gepaart mit kernigen
Thrash- Riffs, teilweise schön fiesen Melodien und abgefahrenen
Rhythmen. Der Death- Anteil steht dabei immer ein bisschen im
Vordergrund. Zur Auflockerung werden aber immer wieder verdammt
eingängige Soli eingebaut (Masterpiece Of A Morbid
Mind, Victim No. 52 und vor allem das Helloween(!)- mäßige
Lick in Through The Eyes Of A Murderer), zudem wird
hier nicht immer nur stupide Vollgas gegeben. Dadurch blitzt
sehr oft das musikalische Können der Finnen auf, gerade
die beiden Gitarristen S.M. Nekroc und Dr. Lirium (Kult!) verstehen
es, Anspruch mit Eingängigkeit zu kombinieren. Klasse !
Hervorzuheben ist zudem die klasse Produktion, hier hat man
noch beides: glasklaren Sound und druckvolle Power. Ich denke
mit dieser Scheibe sollte sich DE LIRIUM'S ORDER
ganz, ganz schnell in der Death Metal- Szene etablieren können,
zumal man mit dem Rausschmeisser The Sunrise eine wahre
Death/Thrash- Hymne geschrieben hat. Definitiv eins der besten
Alben dieses Genres der letzten Zeit.