Ohne Einleitung, überfallsartig und direkt mitten hinein ins Geschehen – DEINONYCHUS lassen uns keine Zeit, um gemütlich Platz zu nehmen, sondern geben von der ersten Sekunde an Vollgas. Chaotisch geht es aber trotz der kraftvollen Präsentation nicht zu, die Stücke werden in ein pechschwarzes Soundgewand gekleidet und die stimmliche Darbietung packt durch ihre verzweifelte, doch keineswegs hysterische Vortragsweise.
Die Band arbeitet sorgfältig mit Dynamiken und kombiniert symphonische Nuancen, schleppende Rhythmen oder Double-Bass dominierte Parts. Auch groovige Passagen flechten die Musiker ein und sorgen so für prägnante Hooks und eingängige Anklänge inmitten des herausfordernden Gesamteindrucks. Man nimmt sich auch die Zeit, ein Riff alleine für sich stehen zu lassen und stellt so laute und leise Elemente geschickt nebeneinander. Harmonische Leads wirken dezent im Hintergrund und kontrastieren etwa im Verlauf von The Weak Have Taken The Earth die zutiefst verzweifelte Grundstimmung; urplötzlich lässt mir im Mittelteil ein reduzierter, zerbrechlicher Pianopart mit desperaten Kreischvocals das Blut in den Adern gefrieren, also definitiv nichts für schwache Nerven!
Die detailreiche Instrumentierung verdichtet durch Glockenschläge die apokalyptische, mahlstromartige Wirkung von Buried Under The Frangpanis, auch hier betört und erschreckt ein bedächtiger, von fragilen Tastentönen begleiteter und mit Verzweiflungsworten unterlegter Part, ehe ein doomiger Schlussteil mit choraler Untermalung das abwechslungsreiche Stück finalisiert.
Bedrückend und wie ein einsamer Schrei in der Finsternis hallen die Worte bei Dead Horse wider, bevor ein schmerzerfüllter Schrei die Spannung auflöst und fließendes Midtempo die Führungsrolle übernimmt. Der Klang wird immer mehr angereichert, um einem headbangerfreundlichen Rhythmus Platz zu machen, der ein packendes Finale einläutet.
Das relativ simple, fokussierte Stück Dusk lässt dann für meine Begriffe an Besonderheit vermissen, recht stumpf und auf Ryhthmus ausgerichtete Werk rauscht ohne melodische Schmankerl an mir vorüber, doch There Is No Eden kann wieder durch hypnotische Sequenzen, effektive Tempowechsel, zermalmende Takte und einen Schuss Symphonik glänzen. Schlussendlich prügelt Silhouette nochmal munter drauflos, drosselt in der Mitte geschickt das Tempo, um mit schleifenden Takten zum finalen Schlag auszuholen.
DEINONYCHUS verewigen auf diesem Album zu Herzen gehende, desperat zum Himmel schreiende Kompositionen, die dich in lichtlose Tiefen ziehen, wenn du dich nur darauf einlassen willst!