Wie
verbinde ich anspruchsvolle Progressivität mit brutalem
Death Metal? Das Ergebnis klingt zuweilen für den Hörer
sehr anstrengend, zu wenig gefühlvoll und aus dem Bauch
heraus, steril und herzlos… nicht aber bei diesem russischen
Quintett. DEFECT DESIGNER übertreiben es nämlich
nicht mit vertrackten Rhythmen und Taktwechseln.
Außerdem gönnen sie sich die eine oder andere recht
entspannte Passage, wo auch mal das Tempo etwas verschleppt
wird. Dann streift man sogar fast doomige Gefilde – und
diese Herangehensweise macht die Sache dann auch spannend. Es
fehlen nur die großen Melodien und auch die leider über
weite Strecken zu monotone Stimme steht einer richtigen Begeisterung
im Weg.
Es gibt allerdings interessant aufgebaute Kompositionen wie
das variable Stück Almost Ready zu bestaunen, das
auch ein (be)merkenswertes Riff aufweist und sich so im Kleinhirn
festsetzen kann. Besonders die hymnische Tonfolge am Ende hätte
noch einen zentraleren Platz in der Songstruktur verdient.
Danach versprühen DEFECT DESIGNER während des
netten Liedchens Heads ein bisschen verrücktes Flair
und zeigen, dass sie zwar ernstzunehmende Musik komponieren,
sich selbst aber nicht immer todernst nehmen – und das
ist gut so! Auch die Rock’n’Roll-Attitüde inklusive
Gute-Laune-Eins-Zwei-Drei-Vier-Gebrabbel vom witzigen Vegetable
fällt angenehm auf.
Wax
ist zwar kein bahnbrechendes Album, doch seine teils locker-flockige,
dann wieder verspielt-verrückte Ausstrahlung verbreitet
gute Laune, ohne den Anspruch aus den Augen zu verlieren.
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