DARZAMAT – Solfernus’ Path

 
Label: Massacre Records
Release: 28.08.2009
Von: Stormlord
Punkte: 7/10
Time: 42:32
Stil: Gothic/Black Metal
URL: Darzamat
 
DARZAMAT kredenzen uns eine nicht ganz einfach beschreibbare Palette an verschiedenen Elementen und Stimmungen. Dies könnte einerseits eine große Menge an Hörern ansprechen, doch durch die Fülle an Details und Ideen sitzen DARZAMAT eventuell zwischen den Stühlen bzw. Stilen…

Die Kompositionen sind von einem mystischen Hauch durchzogen, eine Vampir-ähnliche Atmosphäre ist immer spürbar. Eine angenehme Frauenstimme übernimmt neben einem harsch grollenden Sänger einen großen Teil der Vocals. Die Musik pendelt zwischen orchestralem Pathos, melodischem Black Metal und stampfenden Dark/Gothic-Metal-Klängen. Vier kurze, zwischen den Songs eingestreute Intros drücken dem Album einen zutiefst symphonischen Stempel auf. Ein paar wirkliche Ohrwurmmelodien veredeln so manches Stück. Auf der Härteskala erreichen DARZAMAT zwar keine enorm heftigen Werte, weil das Hauptaugenmerk auf atmosphärischen Strukturen liegt, doch von kitschigen Klebekompositionen ist man auch weit entfernt.
Eines der besten Stücke haben die Künstler an den Beginn gestellt – eine Flüsterstimme eröffnet False Sleepwalker, das mit einem netten Refrain aufwarten kann. Danach begibt sich die Band auf melodische Black- Metal-Pfade und legt bei der Geschwindigkeit enorm zu. Allerdings knüppelt sich die Gruppe nicht stillos in einem Tempo durch ihr Programm, wovon gut getimte Wechsel Zeugnis ablegen. Ja, DARZAMAT machen ihre Sache gut und anspruchsvoll, aber allzu bombastisch. Deswegen springt der zündende Funke nicht vollends über, vertrackte und leicht schräge Harmonien machen mir das Anfreunden zusätzlich schwer. Cool finde ich die treffsicheren Attacken auf die Nackenmuskeln während Final Conjuration oder das gelungene Titelstück, das mit einem fulminanten Ende ausgestattet ist. Auch das dramatische King Of The Burning Anthems sticht positiv heraus.

Solfernus’ Path bewegt sich im Spannungsfeld von Bombast, Komplexität und doch recht zackigem Metal, kann aber nur ansatzweise mit richtig durchschlagskräftigen Songs oder eindringlichen Rhythmen punkten. Detailfreudig komponiert und mit einer Fülle an Ideen gesegnet, finden die sperrigen Songstrukturen nicht meinen uneingeschränkten Gefallen. Ein bisschen weniger Pathos wäre definitiv mehr Hörspaß!