Die Kompositionen
sind von einem mystischen Hauch durchzogen, eine Vampir-ähnliche
Atmosphäre ist immer spürbar. Eine angenehme Frauenstimme
übernimmt neben einem harsch grollenden Sänger einen
großen Teil der Vocals. Die Musik pendelt zwischen orchestralem
Pathos, melodischem Black Metal und stampfenden Dark/Gothic-Metal-Klängen.
Vier kurze, zwischen den Songs eingestreute Intros drücken
dem Album einen zutiefst symphonischen Stempel auf. Ein paar
wirkliche Ohrwurmmelodien veredeln so manches Stück.
Auf der Härteskala erreichen DARZAMAT zwar keine
enorm heftigen Werte, weil das Hauptaugenmerk auf atmosphärischen
Strukturen liegt, doch von kitschigen Klebekompositionen ist
man auch weit entfernt.
Eines der besten Stücke haben die Künstler an den
Beginn gestellt – eine Flüsterstimme eröffnet
False Sleepwalker, das mit einem netten Refrain aufwarten
kann. Danach begibt sich die Band auf melodische Black- Metal-Pfade
und legt bei der Geschwindigkeit enorm zu. Allerdings knüppelt
sich die Gruppe nicht stillos in einem Tempo durch ihr Programm,
wovon gut getimte Wechsel Zeugnis ablegen. Ja, DARZAMAT
machen ihre Sache gut und anspruchsvoll, aber allzu bombastisch.
Deswegen springt der zündende Funke nicht vollends über,
vertrackte und leicht schräge Harmonien machen mir das
Anfreunden zusätzlich schwer. Cool finde ich die treffsicheren
Attacken auf die Nackenmuskeln während Final Conjuration
oder das gelungene Titelstück, das mit einem fulminanten
Ende ausgestattet ist. Auch das dramatische King Of The
Burning Anthems sticht positiv heraus.
Solfernus’
Path bewegt sich im Spannungsfeld von Bombast, Komplexität
und doch recht zackigem Metal, kann aber nur ansatzweise mit
richtig durchschlagskräftigen Songs oder eindringlichen
Rhythmen punkten. Detailfreudig komponiert und mit einer Fülle
an Ideen gesegnet, finden die sperrigen Songstrukturen nicht
meinen uneingeschränkten Gefallen. Ein bisschen weniger
Pathos wäre definitiv mehr Hörspaß!