Bevor ich
noch einen Ton von Veil Of Remembrance
gehört hatte, fiel mir das stilvolle Booklet der CD auf.
Dieses ist sehr dunkel ausgefallen. In der Musik spiegelt sich
diese Stimmung wider. Die Schweden mischen eine große
Portion Black Metal der älteren Schule mit allerhand würzigen
Zutaten anderer Spielarten. Hin und wieder blitzen Death- oder
Thrash Metal Riffs aus den durchwegs schnellen Liedern heraus.
So gelingt eine Mischung aus Old School Black Metal und modernen
Sounds. Genauer gesagt werden die Speedattacken ganz geschickt
durch die eingestreuten Elemente aufgelockert, sodass eine wohlbekömmliche
Melange entsteht.
Auch die Stimme liegt in der Schnittmenge genannter Stile, meist
wird gekreischt, dass sich die Balken biegen. Auch deathiges
Röcheln kommt im Repertoire des Stimmakrobaten Simon Rosén
vor. Die Gitarrenarbeit liegt im grünen Bereich, die Melodien
halten sich oft im Hintergrund und man braucht ein paar Durchläufe,
um die Details zu erkennen. Auffallend gut gelungen ist etwa
Song Nummer 4, The Echoes Of Thought, wo der Fuß
hin und wieder ein wenig leichter aufs Gaspedal gedrückt
wird. Das sagt mir doch sehr zu. Ich muss den Jungs aber zugestehen,
dass sie es verstehen, schnell zu spielen; das heißt,
dass die Kompositionen trotz der halsbrecherischen Verfolgungsjagd
von Gitarren und Drums nicht im Chaos enden. Sehr fein finde
ich auch die akustischen Verschnaufpausen, wie in My Grief,
My Remembrance – sie geben der CD einen atmosphärischen
Anstrich, der allerdings gänzlich ohne Keyboard erzeugt
wird. In The Cold Grip Of Terror wird gar ein doomiger
Teil eingebaut. Das mag jetzt konfus klingen, doch ein roter
Faden hält die Songs zusammen und macht sie nachvollziehbar.
Bei der Soundqualität können CRIMSON MOONLIGHT
im Gegensatz zum Vorgänger The Covenant Progress
eine Steigerung verzeichnen. Die gut gelungenen Texte sind alle
aus dem Leben gegriffen und handeln in poetischer Form von Themen
wie Schmerz und reflektieren das Leben. So gibt es über
Veil Of Remembrance nur Positives
zu berichten, zu bemängeln wäre das Fehlen einiger
herausragender Lieder, die ein Album heute braucht, um aus der
Masse deutlich herauszuragen.