Iäh,
CADAVER, Necrosis
... Vor unendlichen Unzeiten gab mir Freund Psycho (war das
tatsächlich 1991? ) mal ein Tape mit Carnage und CADAVER
drauf, wovon CADAVER auf dem damaligen Earache
Unterlabel Necrosis waren.
In irgendeinem
Magazin stand dazu lesen, das wäre "Easy Listening
Death Metal", naja, seltsame Beschreibung ... aber paßte,
ging alles etwas in die Entombed (deren Einflüße
zu der Zeit ja auch deutlich zu hören waren: Repulsion,
Slayer, Autopsy) Richtung, aber noch straighter und rockte schon
ganz schön heftig.
Anno 2004,
einige Bandauflösungen, Umbesetzungen, Namensänderungen
und seltsame Internetaktionen (Kunden sollten Alibis für
einen Mord auf Ihrer Internet Homepage kaufen, sehr witzig Jungs,
soll ich jetzt lachen, oder was ?) später, hat sich am
Sound wenig geändert. Es regiert Frühneunziger Death
Metal im Stil der frühen schwedischen Death Metal Bands
und dem Spätachtziger Grind/Death Sound, der auf Earache
Records veröffentlicht wurde (z.b. Repulsion). Die Platte
bolzt von Anfang an recht straight und schnell nach vorne und
spart an Breaks und ungewöhnlichen Tempiwechseln. Diese
Straightness wird allerdings von einem absolut brillianten Schlagzeuger
getragen, der den Stücken auf jeden Fall seinen Stempel
aufdrückt. Gitarrentechnisch regiert das volle Brett, aufgelockert
durch wenige, aber geschickt eingesetzte melodische Passagen.
Der Gesang grunzt nicht in irgendwelchen tiefen Höhlen
herum, sondern erinnert eher an einen röchelnden Zombie,
was allerdings sehr gut zur Musik paßt.
Die ganze Platte ist recht kurzweilig und doch überraschend
"Easy Listening", so daß sich hier ein zugreifen
für Fans obengenannten Sounds auf jeden Fall lohnt. Wenn
sich die Band jetzt noch diese blödsinnigen Internetaktionen
spart, und weniger dümmliche Songtitel benutzt, könnte
man sie vielleicht noch ein wenig ernster nehmen. Deshalb nur
7,5 Punkte.