Stimmlich gibt
es überwiegend dunkle Growls zu vernehmen, die nur hin
und wieder von Klargesang abgelöst werden. Auch das Keyboard
darf ein Wörtchen mitreden, agiert dabei meist im Hintergrund
und bereichert die Musik anstatt sie zu verwässern oder
zu verkitschen. Die einzelnen Stücke sind leicht nachvollziehbar
und harmonisch, teilweise mit einer symphonischen Note versehen,
die aber glücklicherweise nicht in allzu bombastische
Opulenz ausartet.
Eine gewisse Eingängigkeit und Melodieverliebtheit ist
jederzeit spür- und greifbar, doch die Musiker übertreiben
es nicht mit süßlichen, auf Hits getrimmten Strukturen.
Der Vorteil von dieser Taktik ist sicherlich, dass sich Trinegra
durch Tiefgang auszeichnet und auf Langzeitwirkung setzt.
Gleichzeitig muss ich sagen, dass es schon ein paar Durchläufe
braucht, bis das Album seine Wirkung entfalten kann. Geschickt
schaltet das Quintett auch mal einen Gang zurück und
erhöht so die Variabilität. Dementsprechend ist
etwa das kurze Zwischenspiel The Void wichtig, wenn
auch beim ersten Eindruck wenig aufregend. Das folgende Disappearing
I erhält dadurch aber noch einen zusätzlichen
Aggressionsschub. Hier klingen sogar dezent Symphonic Black
Metal- Einflüsse an, die der Musik durch die erhöhte
Durchschlagskraft sehr gut tun. Auch in diesem Fall gilt wie
so oft die Devise: Eingängigkeit ja, Banalität nein!
Vereinzelte Keyboardsequenzen wie jene im Verlauf von Downfall
Of Land klingen zwar für meinen Geschmack schon ein
bisschen seicht, doch das sind sicherlich nur kleine Schönheitsfehler,
die durch coole Gitarrenmelodien wieder ausgebessert werden.
Der instrumentale Abschluss namens Locrian Time Of Arrival
fällt ob seiner epischen Ausrichtung komplett aus dem
Rahmen und stellt eine begrüßenswerte Überraschung
dar. Mehr davon bitte!
Im Allgemeinen
gefällt mir die Herangehensweise von ASGAIA recht
gut, da die Art des Komponierens die Aspekte Melodie und Härte
gut miteinander verbindet. Bereichernde Elemente wie Klargesang
und Keyboards werden zudem nicht übertrieben eingesetzt.
Die homogene Wirkung ist die Stärke von Trinegra,
es fehlt nur eine Bandhymne, eine Komposition der Extraklasse,
die dem guten Gesamteindruck die Krone aufsetzen würde.