ANIMO AEGER – Fieber EP

 
Label: Ashen Productions
Release: Dezember 2011
Von: BRT
Punkte: 8.5/10
Time: 38:38
Stil: Progressive Black Metal
URL: Animo Aeger
 

Schon witzig, das ausgerechnet eine so dermaßen auf Traditionalismus und Trveness gebürstete Szene wie die des Black Metals zu progressiven und teilweise sogar avantgardistischen Auswüchsen fähig ist, wie die Szenen in Frankreich, Amiland oder Deutschland. Sei es Postrock, Folk oder sogar Shoegaze, all diese Elemente haben inzwischen im Black Metal Platz gefunden und haben zu sehr spannenden und atmosphärischen Ergebnissen geführt, auch wenn der eine oder andere Fan des ursprünglichen Sounds das nicht wahrhaben will.

ANIMO AEGER ist so eine Band aus Deutschland (solange man bei zwei Leuten von einer Band reden kann...), welche die althergebrachten Songstrukturen aufgebrochen und dadurch eine sehr einzigartige Atmosphäre erschaffen haben.
Die knappen 38 Minuten Spielzeit von Fieber leben vor allem von der abwechslungsreichen Gesangsleistung von Graasjäl, der sich anscheinend nicht zwischen klassischen hysterischen Gekreische, finsterstem Gegrunze und einem leicht theatralischen Cleangesang entscheiden kann. Gerade letzteres Element macht Fieber für mich absolut einzigartig, erinnert mich der cleane Gesang doch ein wenig an den von Subway To Sally, eine Kombination, die ich so im Black Metal noch nie gehört habe und ANIMO AEGER auf jeden Fall ein einzigartiges Element und vor allem Wiedererkennungswert verleihen.

Musikalisch schwankt Fieber zwischen nordischer Raserei und vielen langgezogenen atmosphärischen Parts hin und her, bleibt aber immer aber episch und melodisch.

Im Netz findet man Vergleiche zu Nocte Obducta und Dornenreich, da kann ich wenig zu sagen, da ich beide nicht kenne. Von der Atmosphäre mag es ein wenig an ganz frühe Bethlehem erinnern, vor allem wenn der Gesang in DSBM Gefilde abgleitet.
Musikalisch haben sich ANIMO AEGER aber auf jeden Fall eine eigene Nische geschaffen, welche sich durch die poetischen deutschen Texte zementiert.
Anspieltips: Das neun Minuten lange epische Schabe und Kolkrabe teilen sich das Weltenende und das melodische Zweifel.