Schon
witzig, das ausgerechnet eine so dermaßen auf Traditionalismus
und Trveness gebürstete Szene wie die des Black Metals
zu progressiven und teilweise sogar avantgardistischen Auswüchsen
fähig ist, wie die Szenen in Frankreich, Amiland oder
Deutschland. Sei es Postrock, Folk oder sogar Shoegaze, all
diese Elemente haben inzwischen im Black Metal Platz gefunden
und haben zu sehr spannenden und atmosphärischen Ergebnissen
geführt, auch wenn der eine oder andere Fan des ursprünglichen
Sounds das nicht wahrhaben will.
ANIMO
AEGER ist so eine Band aus Deutschland (solange man bei
zwei Leuten von einer Band reden kann...), welche die althergebrachten
Songstrukturen aufgebrochen und dadurch eine sehr einzigartige
Atmosphäre erschaffen haben.
Die knappen 38 Minuten Spielzeit von Fieber
leben vor allem von der abwechslungsreichen Gesangsleistung
von Graasjäl, der sich anscheinend nicht zwischen klassischen
hysterischen Gekreische, finsterstem Gegrunze und einem leicht
theatralischen Cleangesang entscheiden kann. Gerade letzteres
Element macht Fieber für mich absolut einzigartig,
erinnert mich der cleane Gesang doch ein wenig an den von
Subway To Sally, eine Kombination, die ich so im Black Metal
noch nie gehört habe und ANIMO AEGER auf jeden
Fall ein einzigartiges Element und vor allem Wiedererkennungswert
verleihen.
Musikalisch
schwankt Fieber zwischen nordischer Raserei
und vielen langgezogenen atmosphärischen Parts hin und
her, bleibt aber immer aber episch und melodisch.
Im Netz
findet man Vergleiche zu Nocte Obducta und Dornenreich, da
kann ich wenig zu sagen, da ich beide nicht kenne. Von der
Atmosphäre mag es ein wenig an ganz frühe Bethlehem
erinnern, vor allem wenn der Gesang in DSBM Gefilde abgleitet.
Musikalisch haben sich ANIMO AEGER aber auf jeden Fall
eine eigene Nische geschaffen, welche sich durch die poetischen
deutschen Texte zementiert.
Anspieltips: Das neun Minuten lange epische Schabe und
Kolkrabe teilen sich das Weltenende und das melodische
Zweifel.