ANDEM – Doch’ Lunnogo Sveta (Moonlight Daughter)

 
Label: Apollon Records
Release: April 2009
Von: Stormlord
Punkte: 6/10
Time: 44:29
Stil: Symphonic Power Metal
URL: Andem
 
Bombastischen Power Metal haben sich ANDEM auf die Fahnen geschrieben. Die Nähe zu Bands wie Nightwish oder After Forever ist schon allein durch Sängerin Yuliana offensichtlich und auch die Arrangements weisen eindeutig auf eine Zielgruppe, nämlich all jene, die leicht kitschigen, orchestralen Metal/Rock mit gotischem Einschlag schätzen.

Die Verwendung der russischen Sprache ist ein Pluspunkt, der Sound der CD dagegen fällt negativ ins Gewicht. Eine verwaschene Produktion schmälert den durchaus vorhandenen Hörgenuss der leichtfüßigen Stücke doch erheblich. Yuliana klingt kraftvoll wenn sie in mittlerer Tonlage operiert – sie begibt sich nur manchmal in schwindelerregende Höhen und droht abzustürzen. Die Musik bleibt hier bodenständiger und jagt teils in flottem Galopp, dann eher in gemäßigtem Midtempo dahin. Auch eine Halbballade findet sich auf dem Album und wird an fünfter Stelle mit dem letztendlich doch gitarrenorientierten Righteous Men Of Light präsentiert. Die kraftvollen Speedparts behalten also deutlich die Oberhand, bevor mit dem dick aufgetragenen Lied namens Prayer der Kitsch mit pathetischen Gitarren und Choralgesang ins rechte Licht ge(d)rückt wird. Das anschließende Goths Assault Rome wartet wieder mit etwas fetzigerem Material auf und bietet gut hörbaren Opernmetal mit Galoppdrums und moderat hohem Gesang, bevor Songs Of Sand-Storms einen instrumental bombastischen, aber etwas unspektakulären Abschluss bildet.

ANDEM machen ihre Sache gut, bleiben aber zu vorhersehbar, um zu überraschen. Die Refrains sind locker-flockig, die Gitarrenarbeit kompetent, sodass Freunde von zackigem Power Metal inklusive Operngesang bedenkenlos reinhören können, wobei noch einmal auf den saftlosen Sound hingewiesen werden soll.