ALGHAZANTH – Wreath Of Thevetat

 
Label: Woodcut Records
Release: 06.06.2008
Von: Stormlord
Punkte: 8.5/10
Time: 48:21
Stil: Black Metal
URL: Alghazanth
 
Die ungestümen, aber jederzeit melodischen ALGHAZANTH aus Finnland werden bei jedem Musikliebhaber, der Catamenia zu seinen Favoriten zählt, für begeisterte Reaktionen sorgen.
Wie die „großen Brüder“ in ihren jungen Jahren, verbinden auch ihre Landsleute pfeilschnellen, nordisch kalten Black Metal mit Keyboards und überragenden Melodien, die oft im Hintergrund ihre Pracht entfalten. Das Keyboard untermalt die Szenerie und tritt nicht penetrant in den Vordergrund. Glücklicherweise versuchen ALGHAZANTH nicht nur so schnell wie möglich zu spielen, sondern sie legen großen Wert auf Atmosphäre, was schon im ersten Lied Moving Mountains der akustische Zwischenteil beweist, der zwar nur ganz kurz gehalten wird, aber für die Struktur der Komposition enorm wichtig ist. Überhaupt fällt auf, dass die Band sehr überzeugt agiert und sich für die Entfaltung ihrer Ideen in den recht üppig gestalteten Titeln genügend Zeit nimmt. Zur Abwechslung trägt auch die variable Stimme bei, die kreischend ebenso zu überzeugen weiß wie dunkel grollend. Die akribisch ausgearbeiteten Melodiebögen fesseln vielleicht nicht sofort beim ersten Mal, doch mit jedem Durchlauf steigert sich die Intensität und die Stücke entwickeln eine nahezu süchtig machende Wirkung. Ich nehme hier mal stellvertretend The Kings To Come heraus, denn mir fällt auf, dass sich in diesem Fall besonders gut zeigt, dass sich ALGHAZANTH nicht mit ein paar guten Akkorden zufrieden geben und sich begnügen, diese dann ein paar Mal zu wiederholen. Nach gut fünf Minuten taucht nämlich eine sehr gute, zuvor nicht gehörte Melodie auf, die das Bemühen um ständige Erstklassigkeit beweist. Dramatisch und pfeilschnell rasen die Musiker weiter und lassen kaum Zeit zum Atemholen – The Phosphorescent heißt das nächste mitreißende Stück, das jedoch wie gewohnt den Aufbau von Atmosphäre mit einfließen lässt. Ein hochmelodischer, getragener Teil legt zum wiederholten Male Zeugnis davon ab. Gegen Ende lasen ALGHANZANTH die Gitarren beinahe alleine im Klangkosmos erklingen, sodass die Komposition bis zum Schluss richtig spannend bleibt. Symphonisch, rasant, dann teils in der Geschwindigkeit recht gelassen, legt die Band auch die folgenden Kompositionen an – und gewinnt mit dieser Ausrichtung bei mir auf ganzer Linie. Dabei ist es gar nicht so wichtig, dass es die Gruppe nicht schafft, einen Überhit zu komponieren. Das Hauptaugenmerk liegt auf detailreichen, um Abwechslung bemühten Stücken und der Kreation beklemmender, finsterer doch auch majestätischer Stimmungen. Wenn ich ein Stück noch herausstellen würde, dann würde sich dies Rain Of Stars verdienen, dessen Melodien noch zupackender und eindringlicher in die Gehörgänge rasen und ob ihrer Brillanz meinen uneingeschränkten Jubel zur Folge haben. Auch das vorletzte Lied Future Made Flesh fällt wegen seiner Einfachheit aus dem Rahmen – das ist jedoch keinesfalls negativ belegt, denn es ist wegen seiner simplen Struktur und ob des gedrosselten Tempos als Verschnaufpause äußerst willkommen.
Bei mir hinterlässt Wreath Of Thevetat einen bleibenden Eindruck, geprägt von der Hoffnung, dass ALGHANZANTH genauso wie Catamenia in der Lage sind, ihre Klangkunst mit jedem Album noch weiter zur Perfektion zu treiben. Ich erwarte weitere (Schand-)Taten aus dem Hause ALGHAZANTH jedenfalls mit Freuden!