Die
ungestümen, aber jederzeit melodischen ALGHAZANTH
aus Finnland werden bei jedem Musikliebhaber, der Catamenia
zu seinen Favoriten zählt, für begeisterte Reaktionen
sorgen.
Wie die „großen Brüder“ in ihren jungen
Jahren, verbinden auch ihre Landsleute pfeilschnellen, nordisch
kalten Black Metal mit Keyboards und überragenden Melodien,
die oft im Hintergrund ihre Pracht entfalten. Das Keyboard untermalt
die Szenerie und tritt nicht penetrant in den Vordergrund. Glücklicherweise
versuchen ALGHAZANTH nicht nur so schnell wie möglich
zu spielen, sondern sie legen großen Wert auf Atmosphäre,
was schon im ersten Lied Moving Mountains der akustische
Zwischenteil beweist, der zwar nur ganz kurz gehalten wird,
aber für die Struktur der Komposition enorm wichtig ist.
Überhaupt fällt auf, dass die Band sehr überzeugt
agiert und sich für die Entfaltung ihrer Ideen in den recht
üppig gestalteten Titeln genügend Zeit nimmt. Zur
Abwechslung trägt auch die variable Stimme bei, die kreischend
ebenso zu überzeugen weiß wie dunkel grollend. Die
akribisch ausgearbeiteten Melodiebögen fesseln vielleicht
nicht sofort beim ersten Mal, doch mit jedem Durchlauf steigert
sich die Intensität und die Stücke entwickeln eine
nahezu süchtig machende Wirkung. Ich nehme hier mal stellvertretend
The Kings To Come heraus, denn mir fällt auf, dass
sich in diesem Fall besonders gut zeigt, dass sich ALGHAZANTH
nicht mit ein paar guten Akkorden zufrieden geben und sich begnügen,
diese dann ein paar Mal zu wiederholen. Nach gut fünf Minuten
taucht nämlich eine sehr gute, zuvor nicht gehörte
Melodie auf, die das Bemühen um ständige Erstklassigkeit
beweist. Dramatisch und pfeilschnell rasen die Musiker weiter
und lassen kaum Zeit zum Atemholen – The Phosphorescent
heißt das nächste mitreißende Stück,
das jedoch wie gewohnt den Aufbau von Atmosphäre mit einfließen
lässt. Ein hochmelodischer, getragener Teil legt zum wiederholten
Male Zeugnis davon ab. Gegen Ende lasen ALGHANZANTH die
Gitarren beinahe alleine im Klangkosmos erklingen, sodass die
Komposition bis zum Schluss richtig spannend bleibt. Symphonisch,
rasant, dann teils in der Geschwindigkeit recht gelassen, legt
die Band auch die folgenden Kompositionen an – und gewinnt
mit dieser Ausrichtung bei mir auf ganzer Linie. Dabei ist es
gar nicht so wichtig, dass es die Gruppe nicht schafft, einen
Überhit zu komponieren. Das Hauptaugenmerk liegt auf detailreichen,
um Abwechslung bemühten Stücken und der Kreation beklemmender,
finsterer doch auch majestätischer Stimmungen. Wenn ich
ein Stück noch herausstellen würde, dann würde
sich dies Rain Of Stars verdienen, dessen Melodien noch
zupackender und eindringlicher in die Gehörgänge rasen
und ob ihrer Brillanz meinen uneingeschränkten Jubel zur
Folge haben. Auch das vorletzte Lied Future Made Flesh
fällt wegen seiner Einfachheit aus dem Rahmen – das
ist jedoch keinesfalls negativ belegt, denn es ist wegen seiner
simplen Struktur und ob des gedrosselten Tempos als Verschnaufpause
äußerst willkommen.
Bei mir hinterlässt Wreath Of Thevetat einen
bleibenden Eindruck, geprägt von der Hoffnung, dass ALGHANZANTH
genauso wie Catamenia in der Lage sind, ihre Klangkunst mit
jedem Album noch weiter zur Perfektion zu treiben. Ich erwarte
weitere (Schand-)Taten aus dem Hause ALGHAZANTH jedenfalls
mit Freuden!