ALDA – :Tahoma:

 
Label: Eisenwald
Release: 25.05.2018
Von: Stormlord
Punkte: 9/10
Time: 50:18
Stil: Atmospheric Black Metal
URL: Alda
 

ALDA erschufen 2011 auf diesem Album eine zutiefst vereinnahmende, intensiv zu Herzen gehende Naturstimmung, die auch sieben Jahre später nichts von ihrer Faszination eingebüßt hat. Die Musik pendelt zwischen perlend kristallklaren Gitarren und finsterem Black Metal in einem oszillierenden Spannungsfeld.

Epische Klanglandschaften, rasende Sturmattacken, fokussiert galoppierende Passagen und ausgedehnte Instrumentalparts prägen dieses von Stolz, Aufbegehren und Schwermut getragene Werk. Beim ersten Monsterstück In The Wake Of An Iron Wind entwickelt sich eine unglaublich fesselnde Dynamik, wenn sich die Musiker gegen Ende in einen wahren Rausch spielen und erdige Riffs sowie fauchende Stimmen vor energischem Tatendrang schier zu bersten drohen. Ein himmlisch harmonischer Abschluss bringt diese akustische Achterbahnfahrt sanft zu Ende. 
Ganz egal, ob ALDA ruhig und stoisch dahingleiten oder ob die Black-Metal-Aggression die Oberhand gewinnt -  :Tahoma: reißt den Hörer zwischen elegischer Erhabenheit und finsterer Furiosität hin und her. Die Stimme passt sich etwa bei Adrift in entweder klarer, bitterböser oder desperat schreiender Manier den verschiedenen Tempi und Stimmungen hervorragend an.
Diesen mit Laut-Leise-Dynamik gespickten Pfad werten dezent orchestrale Anklänge bei Tearing Of The Weave noch weiter auf; bei Shadow Of The Mountain betören vorerst feine Akustikgitarren im Verbund mit einer streichelweichen Intonation. Aus der Ruhe heraus erwarte ich eigentlich den nächsten Vulkanausbruch, doch ALDA überraschen auch hier und ruhen bis zum Schluss in sich selbst. 
Erst beim Finale Wandering Spirit wird die Fahrt wieder turbulenter, da spuckt man nicht nur gesanglich Gift und Galle, sondern lotet auch tempomäßig das gesamte Spektrum aus. Cool groovende Elemente tauchen inmitten von Highspeed-Prügeleien und hypnotischen Klangwällen auf, daneben finden organische Klangsamples und zurückhaltende Motive ihren Platz.

ALDA bestechen auf diesem Album durch ihre natürliche, erdige Herangehensweise und sehen von großen Gesten oder auffälligen Platitüden ab. :Tahoma: lädt auf eine stürmische, lebhafte und quicklebendige Klangreise ein, die durch auffällige und effektive Wendungen spannend gestaltet wird.