Lasst euch von der ersten ruhigen Minute dieser Split nicht auf die falsche Fährte locken, denn hier regiert eindeutig purer Underground-Sound, dargeboten von den Kärntnern AHNENHAMMER und den Mexikanern WHISPER MOON.
AHNENHAMMER klingen speziell und gewöhnungsbedürftig. Der scheppernde Klang passt in total authentischer Weise zu den garstigen und wiederborstigen Stücken. Das Duo geht meist in getragenem oder mittelschnellem Tempo zu Werke, beim Opener Abyssus Abyssum Invocat wird ein sanftes Gitarrenmotiv behutsam in das Arrangement eingebunden und bietet den fiesen, manchmal desperat geschrieenen Vocals in harschem Gegensatz die Stirn. Bei Grimnismal beschwört man Odin und betört den Hörer mit mahlstromartigen, schleppenden Rhythmen und einem dezent symphonischen Abgang. Später finden wir uns Hinter Den Toren Walhallas in einem Strudel aus martialisch wütender Atmosphäre und bestialisch herausgespucktem Gesang in einer abstoßend kalten und dennoch faszinierenden Klangwelt wieder. Der verstörende und zugleich packende Eindruck verstärkt sich durch das abschließende Kurzwerk Vaterland, das stampfend und misanthropisch die Seele aufrüttelt.
Ab jetzt blasten WHISPER MOON deutlich geradliniger und mit ganz dezentem Melodieanteil los. Ohne Experimente knattern uns die Musiker das kompromisslose Noche Espectral um die Ohren und hinterlassen einen etwas unspektakulären Eindruck, ehe sie bei der Bandhymne Whisper Moon die Geschwindigkeit geschickt variieren und die zackigen Attacken durch gedrosselte Passagen effektiver gestalten. Das mystische Escarnio baut anfangs eine unheimliche Horrorfilm-Stimmung auf und fährt anschließend mit Highspeed-Getrümmer und intensiven Schreien seine Krallen aus, ohne eine coole Rock-Attitüde als Spezialzutat zu vergessen.
Diese Kollaboration stellt jeden Underground-Blackie zufrieden, denn die Künstler operieren von trendigen Klängen meilenweit entfernt und überzeugen mit bodenständigem Black Metal, der glücklicherweise nicht bloß auf simple Aggression reduziert wird.